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Räpitz Helau

Es war irgendwann im Jahr 1994 in der Räpitzer Turnhalle. Da hatte sich die holde Räpitzer Weiblichkeit wieder einmal zusammengefunden, um der rhythmischen Sportgymnastik nachzugehen.

Nachdem die Damen zu den Klängen von East 17, Mark´Oh und DJ Bobo, das Hallenparkett mit Blut, Schweiß und Tränen getränkt hatten, setzten Sie sich, wie so oft zusammen, um bei einer Flasche Selter die bis in den Minusbereich getriebenen Reserven wieder aufzutanken.

Wie es bei jeder größeren Ansammlung des weiblichen Geschlechts üblich ist, wird zwischen den Trinkpausen eifrig getratscht, gelacht und geschwätzt. Anfangs redete man wahrscheinlich noch über allgemeine Dinge, die einem im Jahr 1994 so beschäftigten, wie z.B. die Wahl Teburoro Tito`s zum Staatspräsidenten von Kiribati oder dem Aufstand der Zapatisten in Mexiko. Heftige Diskussionen sollen auch darüber geführt worden sein, ob die Einführung der Manat als eigene Währung Aserbaidschans sinnvoll war oder ob man nicht doch hätte beim Rubel bleiben sollen.

Räpitz Helau

Die Spekulationen schossen ins Kraut. Hört er etwa auf? Geht er baden? Was soll das für ein Motto sein? "Heute wird es bunt." oder "Frohsinn, Jux und Tollerei" solche Mottos gibt es in Räpitz nicht. Denn schon die im Vorfeld aufgebaute Spannung ist wichtig, um am Ende ein begeistertes Publikum im Saal zu haben. "Herr Küster taucht heut ab." hieß es dieses Jahr bei den Räpitzer Faschingsfreunden - und selbst die hatten sich gehörig im Motto geirrt.

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Während der ganze Saal einer Wasserlandschaft glich und man versuchte, das Thema „abtauchen“ in ein Programm zu pressen, stellte sich gleich zu Beginn heraus, dass Herr Küster einfach nur mal seine Ruhe haben wollte. In den besten Schlafrock gekleidet verkündete er, dass er die Schnauze voll hat von allem, was so auf dieser Welt passiert und daher einfach mal abtauchen will.

Langsam wird es eng

Helau liebe Leserinnen und Leser,

nachdem wir am 11.11. über die Feierlichkeiten vom Platz zum ehemaligen Glascontainer berichtet haben, wollen wir Ihnen nun nochmal vom Stand der Vorbereitungen berichten und auch mal hören, wie die Lage im Ticketbüro ist. Wir würden ihnen gerne Informationen aus erster Hand geben, allerdings ist unser Reporter seit dem 11.11. spurlos verschwunden. Wir haben keinen Kontakt mehr und hoffen ihm ist …

Reporter: Räpitz Helau

Redakteur: Herr Reporter – Gott sei Dank Sie leben. Wo kommen Sie denn jetzt her?

Reporter: Es war der Wahnsinn. Ich bin bei unserer letzten Live-Schaltung in der Polonaise auf dem Platz zum ehemaligen Glascontainer untergegangen. Die Massen haben mich quasi verschluckt und erst Tage später wieder ausgespuckt.

Redaktione

Redakteur: Na aber da hätten Sie doch dann her kommen können.

Räpitz Helau!

Es ist vollbracht! Monate voller Arbeit, Schweiß, Blut und Tränen liegen hinter uns und gestern wurden die letzten winzigsten Details abgestimmt und unser diesjähriges Faschingsprogramm rund, wie ein Buslenker gemacht. Die Generalprobe werden wir nochmal ordentlich verhunzen, damit dann am Samstag wirklich alles sitzt.

Alle Faschingsfreunde sind bereit und brennen darauf, vor dreimal fast ausverkaufter Hütte (einzelne Restkarten für den 25.02.) ein 3- bis 8–stündiges Feuerwerk (je nach Publikumskontakt) abzubrennen.

Damit es auch wirklich drei herausragende Abende werden, wollen wir Sie, als unser Publikum, auch noch für die kommenden Abende fit machen:

Ja, wir haben ihn!

111116

Auch wenn es heute Morgen noch nicht den Anschein machte, doch gerade in diesem Moment läuft die Schlüsselübergabe am Gemeindehaus in Schkeitbar. Alle Vertreter und Freunde des Faschingsclubs besetzten den Platz zum ehemaligen Glascontainer und wir haben keine Mühen gescheut und einen unserer Reporter direkt in den Hexenkessel geschickt:

Redakteur: Wie ist die Stimmung bei Ihnen?

Reporter: Es ist gut, dass wir schreiben, denn wenn wir telefonieren würden, könnten wir uns sowieso nicht verständigen. Hier ist die Hölle los. Tausende Menschen säumen den Platz. Es wird Konfetti geschossen, Luftschlangen kräuseln sich zwischen den Beinen und es gibt Pfannkuchen satt.

Redakteur: Wie konnte denn bei einem derartigen Menschenauflauf ein Verkehrschaos in und um Räpitz vermieden werden? Im Verkehrsfunk hört man ja von keinen Störungen.

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