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Heimatverein

Historie

Mit dem Monat Mai verbinden sich in unserer Heimat viele Bräuche, wovon einige im Laufe der Zeit seltener wurden oder ganz in Vergessenheit gerieten. Zu diesen Bräuchen gehörte das Setzen des Maibaumes und das Schlagen und Austragen von Pfingstmaien. Eine Tradition, schon im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt, bei welcher das frische Birkengrün des Waldes symbolisch in die Orte gebracht wurde. Aus der Chronik von Franz Ed. Weißbach, welcher von 1841 bis 1870 Pfarrer in Markranstädt war, erfährt man, dass das Pfingstbier besonders beliebt gewesen ist.

Pfingstbier in neuen Dimensionen

Wir hatten es angekündigt und nun machen wir es war. Am Pfingstsamstag haben wir schon erfolgreich den Pfingstwirtschaftssimulator 4.0 mit der VR-Brille getestet und nun setzten wir dem Ganzen die Krone auf und das nicht nur im übertragenen Sinn. Unserem Vereinsfreund Uwe Bilke habe wir es zu verdanken, dass wir das Pfingstbier und speziell das Austragen der Maien mal aus der Vogelperspektive betrachten können.

Gönnen Sie sich ein paar Minuten und genießen Sie einen ganz neuen Blick auf die herrliche Räpitzer Umgebung und das Pfingstbier in seiner ganzen Pracht.

37. Räpitzer Pfingstbier vom 02.06. – 05.06.2017

Volksfeste haben oft den Charme, dass durch ihr Begehen historische Entwicklungen oder Ereignisse in die Gegenwart getragen werden. So bilden sie ein perfektes Bindeglied zwischen Geschichte und Moderne. Das Pfingstbier in Räpitz ist dafür ein Paradebeispiel. Dessen Kern bildet der seit dem 13. Jahrhundert existierende Brauch, bei welchem frisches Birkengrün, als Bote des Frühlings, in die Häuser der Ortschaften gebracht wird. Umrahmt wird dieser Brauch durch das 4-tägige Programm mit diversen Höhepunkten, die immer wieder neu kreiert und erfunden werden.

Der Heimatverein Räpitz versucht jedes Jahr wieder, das Pfingstbier mit einem Programm auszustatten, dass durch einen vielfältigen Mix, Interesse und Begeisterung bei den zahlreichen Besuchern weckt.

Doch dieses Jahr wird alldem die Krone aufgesetzt und die Gegensätze von historisch zu modern werden bis zum Äußersten ausgedehnt.

Bild Pfingstgesellschaft 19 Jhdt

Dieses Bild zeigt eine Pfingstgesellschaft zum Ende des 19. Jahrhunderts. Dieses und weitere Motive bildeten die Vorlage für eine neue Tracht, in welcher sich die Pfingstburschen und -mädchen dieses Jahr präsentieren werden. Die neuen Kleider werden von ihren Gastgebern das ganze Pfingstwochenende getragen, was seinen Höhepunkt am Samstag finden wird, wenn alle Pfingstburschen und -mädchen mit neuen Gewändern ins Festzelt einmarschieren werden.

Kurz drauf werden wir den Bogen zur Modern schlagen. Mit unserer Hompage haben wir bereits den ersten Schritt in eine digitale Zukunft getätigt aber das ist noch längst nicht das Ende der Fahnenstange, denn unsere Informatiker, Grafiker und Administratoren haben Tag und Nacht durchgearbeitet um Ihnen am 03.06.2017 unsere neueste Entwicklung „Pfingstbier 4.0“ vorstellen zu können. Besuchen Sie uns im Festzelt und lassen Sie sich in ungeahnte Dimensionen entführen. Auch die Freunde der Tanzmusik werden Sonntag früh nach einer durchtanzten Nacht ihre Füße einer umfangreichen Kur unterziehen müssen, denn zusätzlich verspricht Trio-B-XL am Samstag ein Musikprogramm, was keine Tanzpause zulässt.

Pfingstbier 2017

Gut zwei Wochen sind seit dem Pfingstbier in Räpitz vergangen. Zeit um alles sacken, alle Eindrücke wirken und die Pfingstgesellschaft regenerieren zu lassen. Jetzt haben wir wieder neue Kräfte gesammelt, um einen kleinen Überblick über das Geschehene geben zu können. Angekündigt wurde das Pfingstbier als eine auf den Gipfel getriebene Kombination aus Geschichte und Moderne.

 

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Dass uns das gelungen ist, beweist das nebenstehende Bild, auf dem die bestens aussehende Pfingstgesellschaft des Jahres 2017 ihre Vorbilder aus dem Jahr 1896 in Ihre Mitte nimmt. Ein Bild mit symbolischem und historischem Wert. Allein dafür hat sich die monatelange Vorbereitung auf unser Fest gelohnt.

Doch dieser Moment sollte nicht das einzige Highlight unseres Pfingstbieres werden. Nachdem in den letzten Jahren unsere Maien auf der Hochhalde Trages geschlagen wurden, entstammten unsere diesjährigen Prachtexemplare den Ufern des Zwenkauer Sees. Die guten Bedingungen vor Ort machten es möglich, dass die Pfingstburschen so zeitig wie noch nie, mit dem Schlagen der Maien fertig waren und so konnte das obligatorische Picknick im Wald mal so richtig ausgekostet werden.

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Gut gestärkt vom reichhaltigen zweiten Frühstück, konnte die Nacht zum Samstag zum Tag gemacht werden. Und wer bei der Musik von „Zwei gegen Willi“ zu zeitig gegangen war oder gar nicht erst den Weg ins Festzelt gefunden hatte, der hat echt was verpasst.

Nach einer sehr kurzen Nachtruhe ging es für unsere Pfingstburschen und-mädchen am Samstag gleich weiter. Das Austragen der Maien ist für viele ein besonderer Höhepunkt im Kalenderjahr. Doch dieses Jahr sahen nicht nur die Maien prachtvoll aus, sondern auch die, die sie brachten. Die Kutschen, die Pferde, die Maien, die Pfingstburschen und –mädchen in ihrer neuen Tracht, ergaben zusammen mit der tollen Blasmusik ein Bild, was sich nicht nur sehen lassen konnte, sondern was auch ganz schön stolz macht.

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Mit eben dieser stolzgeschwellten Brust sind dann am Abend die Pfingstmädchen und -burschen ins Festzelt einmarschiert, um begleitet vom „Trio B-XL“ den Pfingsttanz zu eröffnen. Unterbrochen wurde dieser vom angekündigten Vorstoß in neue Dimensionen. Die IT-Experten des Heimatvereins hatten dem interessierten Publikum ihre neueste Entwicklung vorgestellt – den Pfingstwirtschaftssimulator 2018. Dieses Wunderwerk der Technik wird als Software auf Floppy-Disk angeboten, kann aber auch, bei vorhandener Internetverbindung, heruntergeladen werden. Dazu wird dann noch eine VR-Brille geliefert, die ein völlig radikales Simulationserlebnis liefert.

Hallo Männer

Hallo Männer, habt ihr schon die aktuelle rote Liste gelesen? Nicht nur der Wilkinsammerfink oder Tahiti Monarch sind vom Aussterben bedroht, sondern auch die hier lebende gemeine Dorfkneipe!!! In gewissen Regionen gibt es sie schon nicht mehr. So wurde beispielsweise in der Region Thronitz, seit dem letzten Jahr, kein lebendes Exemplar mehr gesichtet.

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Die Gründe für das massenhafte Sterben sind vielfältig und verworren. Man kann es aber am Beispiel des jährlichen Männertages ganz gut darstellen. Vor gut 20 Jahren war es für einen kleinen 6-jährigen Steppke das Größte, Männertag mit stolz geschwellter Hühnerbrust hinter Kutschen und Traktorgespannen oder Fahrradkolonnen mit dem BMX-Rad herzufahren. Sirenen, Hörner, Musik und lauter Männergesang schall von den Herrentransportern herunter. Es war ein Riesenspaß Teil dieses Männerstroms zu werden, der sich auf den Straßen zwischen Kneipen, Schenken und Biergärten hin und her bewegte.

Die Hausfrau und Mutter hat es sich zu Hause gemütlich gemacht, in den Lehnsessel vom Alten gesetzt und mal ein gutes Buch gelesen, denn der war ja auf Reisen und die Kinder waren mit den BMX-Rädern hinter seinen Kumpels her.

Wenn wir uns nun die gesäumten Straßen als Adern vorstellen, so sind die Kneipen die lebenswichtigen Organe dieses Männertagsorganismuses gewesen. Sie waren Anlaufstationen, Tankstellen und Partyschwerpunkte zwischen denen gependelt wurde. Ein nicht enden wollender Strom an Kutschen, Fahrrädern und Traktorgespannen sorgte vor jedem Lokal für mehr Verkehr als auf St. Pauli, wenn die Ebbe kommt. Das Bier, der Schnaps, Roster und Steaks flossen im Überfluss und der gemeine Kneiper, von denen es noch viele gab, hatte seine Jahresernte am Ende des Tages fast rein.

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