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Von der Landstraße aus nimmt der Vorübergehende kaum mehr wahr als zwei große viergeschossige Wohnblöcke; schaut er dahinter, so entdeckt er das idyllisch gelegene Dorf, von dem es 1713 hieß, dass es „im Gefilde lieget“, was gut noch heute gilt. Aber all’ das macht auch noch nicht Räpitz aus.

Bald nach Ende der Eiszeiten kam es in dem gewässerreichen Raum sporadisch zu Aufenthalten von Menschen, wobei die heute als kleine Bäche dahinfließenden Gewässer zur Aufnahme des abschmelzenden Eises deutlich größere Dimensionen besaßen. Sie waren für Jäger und Wild unverzichtbare Lebensadern. Beleg ist das östlich Räpitz’ gefundene Beil aus der Mittelsteinzeit (9.-5. Jahrtausend vor 0) oder ganz frühen Jungsteinzeit.

Mehr Funde gibt es aus der Jungsteinzeit (4000-1750 v. 0), als Menschen mit Ackerbau und Viehzucht begannen. Das führte zu größerer Verweildauer an einem Platz. Es sind überwiegend Zeugnisse der Schnurkeramiker (3000-2000 v. 0); Eindrücke einer gedrehten Schnur in den noch feuchten Ton gaben den Schmuck für Gefäße ab, die sich als Grabbeigaben neben in Hockerlage beigesetzten Toten finden, so nordöstlich Räpitz’. Hier wurde 1958 beim Bau eines Rinderoffenstalls eine solche Bestattung mit drei Gefäßen entdeckt. Als 1959 südlich des Bahnhofs ein zweiter Stall entstand, kam erneut ein Skelett, vermutlich das einer Frau in Hockerstellung mit dem Kopf im Osten, zutage. Dabei lagen ein natürlicher Zahn und knöcherne Nachbildungen durchbohrter Eckzähne von Hund bzw. Wolf (meist aus Vogelknochen), wohl Schmuck, vielleicht auch Mittel gegen krampfartige Beschwerden, und ein Gefäßboden.

Zur folgenden Bronzezeit (1800-700 v. 0) gehört ein Fundkomplex, der sich in S-N-Ausdehnung von der Flur südlich Räpitz’ über dessen Südteil bis nördlich Räpitz’ und weiter über Schkölen bis Thronitz parallel zu kleinen, inzwischen z. T. versiegten Gewässern hinzieht und die Siedlungsgunst der Gegend verdeutlicht.

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Die mit Holz erfolgten Hüttenprozesse der Bronze- und Eisenzeit kennzeichnen die neue Stufe der Technik. Sie zwang aber auch zu großflächigen Abholzungen und führte zu ersten von Menschen verursachten Umweltschäden. Fraglich ist, ob es zum Kontakt hier Siedelnder mit Kelten kam. So könnten die beim Rinderoffenstall und Sandweg gefundenen Keramikscherben keltischen Ursprungs sein, zumindest als Zeugen der Berührung zwischen Germanen und Kelten angesehen werden. Aus der Römischen Kaiserzeit (erste vier Jahrhunderte) kommen auf Siedlungsplätzen germanischer Stämme römische Importstücke vor; so Silberdenare auf der Flur Schkölen-Räpitzt. Sie legen Zeugnis von mittelbarer Beeinflussung der Region durch das Römische Reich ab und sind vielleicht als Handels- oder Beutegut hierher gekommen. Der zugehörige Siedlungsplatz lag nördlich hinter der Bahnlinie auf dem Flurstück „Vor dem Holze“. Die Funde belegen die beginnende soziale Differenzierung und deuten den Zerfall der Urgesellschaft an. Auch zur folgenden Völkerwanderungszeit blieb der Raum nicht menschenleer; darauf verweisen am Sportplatz gefundene germanische Scherben. Doch die Menschen, von denen die Stücke stammen, haben keine dauerhaften Siedlungen hervorgebracht; auf Grund uns unbekannter Bedingungen brachen Entwicklungen immer wieder ab. Erst mit der Einwanderung der Sorben (seit dem 7. Jahrhundert) entstanden besonders am Schwarzebach zahlreiche, vielfach bis heute fortlebende Dörfer, wozu, wie Scherbenfunde zeigen, auch Räpitz gehört. Sein Ortsnamen leitet sich von *repa = Rübe ab; *Repovica bedeutet also „Ort, wo Rüben angebaut werden“ und belegt Ackerbau. Slawischen Ursprungs ist auch der Flurnamen „Das Lietzchen“ (vgl. tschechisch: lic = Vorderseite; das Feld erstreckt sich unmittelbar am westlichen Ortsrand in Richtung Kitzen).

Charakteristisch ist Räpitz’ Siedlungsform als Doppel-Sackgasse. Dabei dürfte deren nördliche die ältere und eigentlich von Sorben begründete sein. In Höhe des größeren Grundstücks Nr. 23 (vielleicht einst die Supanei) ist ein Rundling zu vermuten. Auch sind die Häuser in dieser Gasse fast alle giebelständig errichtet. Zu den damals entstandenen dörflichen Strukturen dürften auch Teiche (z. B. Angerteich) gehören. Übrigens grenzt die nördliche Dorfgasse unmittelbar an den Wal (1698 erwähnt, als dort Kinder aus Schkölen ertranken). Vermutlich entstand nördlich davon ein abgeteilter Platz (heute ein fast runder Garten, der etwas höher liegt als das Umfeld), eventuell zum Schutz oder Abgrenzen eines hoheitlichen Raums. Er war mit Erdwall und Palisaden befestigt, die im Feuer angespitzt waren. Vor dem Erdwall lag ein mit Wasser gefüllter Graben von einigen Meter Breite. Um das ganze Gelände herum zogen sich Sumpf, Wasser und Dikkicht.

Das Dorf gehörte zum Herrschaftsbereich des Bischofs von Merseburg, in dem dieser nicht nur kirchlicher Oberhirt, sondern auch Landesherr war. 1282 kaufte Abt Wernher vom Peterskloster zu Merseburg eine Hufe zu Räpitz, womit dieses erstmals belegt ist. 1448 verliehen Vikare der Domkirche Balthasar Waldhusen zu Meyhen ½ Hufe von Räpitz als Erbgut. 1508 belehnte Bischof Thilo die Brüder Hans und Jacob von Trupitz mit Geldzinsen, die u. a. aus Räpitz einkamen, sowie 6 Acker Wiesen und 6¼ Acker Holz an der langen Brücke, die zuvor ihr Vetter Friedrich gehabt hatte. Ferner bezog laut Inventar von 1541 das  Georgennonnenkloster zu Leipzig 8 Groschen und 8 Pfennige „auff Martini“; außerdem beanspruchte das Kloster „erb und widerkeuffliche zinße“ aus „Repnytzs“, u. a. von Andres Fuchs von ½ Hufe 3 Groschen und 8 Pfennige.

Nach der Einführung der Reformation im Bistum Merseburg 1543/1561 wurde dieses ein Stift unter kursächsischer Administration und Räpitz Amtsdorf des Amtes Lützen. Es hat nie zu einem Rittergut gehört, die Bauern waren nicht leibeigen, sondern hatten wegen ihres Besitzes an Hof, Feld und Garten dem Amt als  Eigentümer Leistungen zu erbringen.

Wahrscheinlich gab es nun auch Dorfhandwerker, zumindest zeitweilig Korbmacher (1691), Leineweber (1654), Schneider (1697), Zimmermann (1730) sowie  spätestens 1736 Gastwirt (Andreas Fiedler, der auch Richter war). Ein Förster, Adam Körschten, ist 1695 genannt, 1707 als Holzförster. Etwa vom 16. Jahrhundert stammt die Erwähnung der Reiheschule, d. h. in Ermangelung eines Schulgebäudes wie auch zur Verpflegung des Lehrers wurde in Räpitzer Bauernhäusern  abwechselnd Unterricht erteilt. Bei der Visitation des Kirchen- und Schulwesens ist 1562 auch das Pfingstbiertrinken – verbunden mit dem seit dem 13.Jahrhundert urkundlich nachweisbaren Schlagen und Austragen von Pfingstmaien und Maibaumsetzen als Feier zu Beginn des Sommers in den Stiftsdörfern – erwähnt. Jedoch verlangte die Obrigkeit, „das an keinem orthe die gemeinen das pfingstbier sollen ehr anfahen zu trinken dann auf den dinstag nach dem ...  Pfingstsonntage nach mittage.“ Aus Markranstädt existiert ein Rechnung von 1574 für Birken, die man aus dem Schkölzig bei Schkölen holte, um die Kirche zu  schmücken. Da aber infolge des Abholzens der Birken die Wälder litten, wurde 1790 dieser Kirchschmuck verboten.

Im Dreißigjährigen Krieg starb 1632 Jacob Doring wegen eines Schusses in Räpitz. Dann wurde Simon Barthelmeß aus Räpitz im Juli 1635 in der Kitzener Schenke aus purem Übermut erschossen. Er hatte gegenüber dort einquartierten schwedischen Soldaten behauptet, dass er nicht durch eine Kugel getötet werden könne. Ein Soldat nahm daraufhin Simon beim Wort, legte dessen Gewehr an und drückte ab, worauf dieser tot umfiel, obwohl man danach sah, dass er Pfanne und Ladung mit Bier angefeuchtet hatte.

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Die Friedensschlüsse des Wiener Kongresses 1815 führten dazu, dass große Teile des Stifts Merseburg – darunter Räpitz – an Preußen fielen. Es gehörte seit 1816 zum (XIV.) Amtsbezirk Kitzen des Kreises Merseburg. Die politischen Ereignisse führten z. T. dazu, dass nun Felder einer Familie in zwei Ländern lagen; so  besaßen Findeisens (Nr. 8) zu Räpitz (Preußen) auch ¼ Land in Seebenisch-Graßdorfer Mark (Sachsen). 1821 heißt es: „Räpitz ... hat 29 Häuser, 162 Einwohner und ist nach Skeitbar gepfarrt. Die Einw[ohner] besaßen (1806) 23 Hufen, 15 Pferde, 80 Kühe und 109 Schaafe.“

Um 1836 wurde die Mühle errichtet. Auch siedelten sich andere Gewerbetreibende an, wie Böttcher (nachweisbar ab 1810), Zimmermann (ab 1823), Maurer (ab
1875) und Schuhmacher (ab 1880). Zu Ernteergebnissen berichtete das Kreisamt Leipzig am 15. August 1840 auf die Frage „Wie die Erndte in den angrenzenden und zunächst gelegenen Landen beschaffen: ... bey ... Lützen ebenso wie hier.“ Und dazu: „Die diesjährige Erndte ist in den 4. Hauptgetreidearten Korn, Waitze, Gerste, Hafer, nach den allgemeinen Urtheile, eine gute, an manchen Orte auch eine Haupterndte.“ Dagegen setzten 1842 Trockenheit und starker Mäusefraß der Ernte sehr zu.

Wichtig für die weitere Entwicklung Räpitz’ waren der Eisenbahnanschluss am 1. September 1897 nach Plagwitz bzw. Pörsten und die Eröffnung des nahe gelegenen Bahnhofs Schkölen-Räpitz. Er diente dem Abtransport landwirtschaftlicher Erzeugnisse, der Anlieferung von Kohle und Baumaterialien sowie der Beförderung von Einwohnern als Arbeitskräfte in umliegende Industriestandorte. Die günstigen Verkehrsverhältnisse führten zu mehreren Ortserweiterungen. Zwischen 1897 und etwa 1904 entstanden 4 Mehrfamilienhäuser an der Bahn für Gewerbetreibende. Das waren damals modernste Gebäude mit großen, hohen Zimmern und Fenstern (jedoch ohne fließend Wasser und Innentoilette). 1904 war Wilhelm Dathes Wohnhaus auf Räpitzer Flur Nr. 32 (heute Schkeitbarer Straße 1) mit Kolonialwarenladen, später Fleischverkauf, bezugsfertig. Ferner gab es im Dorf eine Gaststätte mit Nebenerwerbslandwirtschaft, Fischladen, Mühle, Haus- und Wirtschaftsgerätehandel, Schlosserei, Materialwarenhandel, Fleischerei, Farbengeschäft mit Werkzeugverleih, einen Vieh- sowie einen Fahrrad- und Nähmaschinenhändler. Damit verbesserte sich die Infrastruktur. Die Raiffeisenfiliale mit Landwirtschaftshandel sowie eine Molkerei befanden sich (bis 1945) in Großschkorlopp.

Nachdem 1908 eine Elektrizitäts-Leitungsgenossenschaft Kreis Merseburg Süd-Ost mit Sitz in Räpitz gegründet worden war, erfolgte seit 1913 der Anschluss seiner Häuser an das Elektrizitätsnetz.

1902-10 wurden die Straßen zwischen Schkeitbar, Räpitz und Schkölen und 1924-27 die im Dorf und zu Nachbarorten mit „Katzenköpfen“ („Preußenpflaster“) befestigt. Auch ein öffentlicher Telefonanschluss (in der Gastwirtschaft „Zur Tanne“) wurde installiert. Ein Arztbesuch war jedoch nur in Lützen oder Kitzen möglich; das zuständige Standesamt befand sich in Großschkorlopp.

Auf den Böden des Landstrichs wachsen alle Feldfruchtarten gut. Zu 1913 gab Diplomlandwirt A. Wendenburg folgende durchschnittliche Bebauung für Räpitz an: bis 15% Weizen, über 10% Sommergerste, unter 5% Zuckerrüben, Rest: Roggen, Hafer und Kartoffeln. Bis in die 1990er Jahre waren die Felder auch Hauptanbaugebiet für Fenchel; vor dem 2. Weltkrieg versorgten sie Westeuropa mit dieser Heilpflanze, danach auch Osteuropa.

Einige national orientierte Vereine bestanden seit der Kaiserzeit, so der Jugendverein „Teutonia“ Räpitz-Meyhen, dessen Gründung und Mitgliederzahl unbekannt  sind, der durch Foto aber noch 1928 nachweisbar ist. Vermutlich gestaltete er Dorffeierlichkeiten. Sportlich betätigten sich die Mitglieder wohl nicht. 1914 hieß es: „Auch der Flottenverein, Ortsgruppe Räpitz und Umgegend, veranstaltete eine Sammlung für unsere braven, blauen Jungens.“ Tiefe Narben hinterließen die Kriege. Aus Räpitz fielen oder wurden vermisst: 1870/71 3 und im 1. Weltkrieg 13 Männer. Ein Denkmal an der Gabelung der beiden Gassen erinnert an die Gefallenen der Kriege von 1866, 1870/71 und 1914-18 sowie an die Heimkehrer aus dem Krieg 1870/71.

In der Zeit der großen Arbeitslosigkeit nach dem 1. Weltkrieg wurden in der Gegend Felder dräniert. Um 1927 baute man weitere drei Einfamilienhäuser am Ortseingang: für zwei auswärts tätige Arbeiter und einen Händler. 1929 zählte Räpitz 187 Einwohner, 35 Grundstücke und ein Doppelgrundstück. Haupterwerb blieb die Landwirtschaft, die 19 Bauern betrieben. 1939 waren in ihren Wirtschaften ca. 80 Arbeitskräfte (einschließlich Eigentümer) beschäftigt. Ferner gab es ca. 20 Arbeitsplätze in Handel und Gewerbe. 17 Hauswirtschaften, darunter die Gaststätte, betrieben Nebenerwerbslandwirtschaft. Das Jagdrecht in Räpitz’ Fluren  wurde meist nicht von einheimischen Landwirten erworben, sondern an reiche Leipziger, wie Waffen-Moritz und Bauunternehmer Steyer, verpachtet.

Das Vereinsleben nahm einen neuen Aufschwung. Am 21. Juni 1921 wurde der Räpitzer Männerchor gegründet (Chorleiter bis 1937 Otto Thörel). Die ca. 50 Mitglieder sangen vorwiegend bei Gastwirt Plötner und spielten Theater. Bis 1939 unternahmen sie Fahrten, die bis Breslau und an den Rhein führten. Turnerinnen und Turner trafen sich auf dem Saal in Meyhen. Die Wirkungen des Machtantritts der Nationalsozialisten zeigten sich im Dorf nicht sofort in ganzer Schärfe. Das Leben schien vielmehr meist in alten Bahnen weiterzugehen, und Neues kam hinzu. Am 6. Juni 1934 wurde die Feuerwehr Räpitz gegründet, 1938 der  Kindergarten am Ortseingang errichtet. Vorführungen des Landfilms trugen zur Unterhaltung bei.

Als Pflichtjahrmädchen wurden junge Frauen gezwungen, nach ihrer Schulentlassung für ein Jahr in einer Bauernwirtschaft zu arbeiten. Sie wohnten meist auf dem Hof. Die Arbeit bei einem Nebenerwerbslandwirt oder Gewerbebetrieb wurde nicht angerechnet. Der Verdienst betrug 15-20 Mark pro Monat. In Ausnahmefällen konnten die Mädchen außerhalb der Landwirtschaft ihr Pflichtjahr ableisten, z. B. bei kinderreichen Familien. Sie sollten damit auf ihre spätere Hausfrauen- und Mutterrolle vorbereitet werden. Nach Ausbruch des Krieges, um 1941, entstand auf dem Gelände der Sandgrube (später Sportplatz) das aus drei Holzbaracken und dem Appellplatz bestehende „Maidenlager“ des Kreises Merseburg für den weiblichen Reichsarbeitsdienst. Hier waren jeweils 50-60 Mädchen als billige Arbeitskräfte zur Schließung kriegsbedingter personeller Lücken in der Landwirtschaft zusammengeführt. Sie arbeiteten vorwiegend bei Bauern und  leisteten Feld- und Hausarbeit. Die ca. 18 Jahre alten Mädchen trugen Uniform. Sie schliefen und wohnten im Lager, waren 4 Wochen auf einer Arbeitsstelle, dann gingen sie zur nächsten. Um 1942 wurden ausländische Mädchen und Burschen sowie Kriegsgefangene hierher gebracht.

Der Lehrer Räpitzer Kinder unterstützte die faschistische Aggressionspolitik; z. B. sagte er, dass „überzählige“ Bauernsöhne, die den Hof nicht vom Vater erben konnten, nach dem Osten gehen und dort große Bauerngüter erhalten sollten. Die dortige Bevölkerung müsse die Landarbeit machen. „Die Menschen waren in großer Sorge, diese teilten sie mit Nachbarn und guten Freunden. Laut durften sie sich nicht äußern,“ erinnerte sich ein Einwohner. 1941 waren vor dem „Rußlandfeldzug“ fast in jedem Haus Soldaten einquartiert. 17 Räpitzer Männer mussten im 2. Weltkrieg ihr Leben lassen. Für die Daheim gebliebenen wurden die Auswirkungen des Krieges erst nach und nach, gegen Ende aber drastisch spürbar. Die Männer meist im Felde, blieb die anstrengende Landarbeit Frauen und Kindern überlassen, denen Fremdarbeiter und Kriegsgefangene (Serben, Franzosen, Polen) unterstellt waren. Das gesellschaftliche Leben, so die Chorarbeit, kam weitgehend zum Erliegen.

In der letzten Kriegszeit wurden Ausgebombte und Flüchtlinge in solcher Zahl im Dorf einquartiert, dass sie kaum unterzubringen waren.Ein Teil der jungen Frauen des Maidenlagers wurde nun auch bei den drei Scheinwerferstellungen in der Umgebung eingesetzt. Im April 1945 fielen vier Bomben zur Bekämpfung eines Flak-Zuges. Dieser stand erst in Lützen, dann bei Meuchen und sollte auf dem Bahnhof Schkölen-Räpitz stationiert werden, was Bahnhofsvorsteher Emil Prößdorf verhinderte.

Am 16. April blühte der Flieder; die Feldbestellung war abgeschlossen. Aber die Einwohner lebten in großer Ungewissheit, was nun kommen und mit ihnen geschehen würde. Weiße Fahnen wurden gehisst. Am 18. April rückten amerikanische Soldaten der 69. US-Armee unter General Reinhard in Räpitz ein, die am 20. April weiterzogen. Nach einer Woche kamen Truppen mit Panzern auf den Dorfplatz. Erst ab 20. April 1945 herrschte allgemeine Ruhe, der Krieg war zu Ende. Beim „Umsturz“ wurden Maidenlager und Flak- Stellung geplündert. Ende Juni zogen die amerikanischen Soldaten ab, am 2. Juli kam die Rote Armee durch Schkeitbar, um nach Lützen weiterzuziehen. Die ausländischen Kriegsgefangenen gingen in ihre Heimat zurück.

Im Dorf waren viele Flüchtlinge und Umsiedler untergebracht; jeder dritte Einwohner (1939: 201, 1946: 294) gehörte zu ihnen. Alle Häuser waren überfüllt. Doch wie Heinz Rothe später feststellte – alle waren froh über das Ende des Krieges. Die Menschen fanden wieder Freude am Tanzen, Pfingstbier und Landfilm im Saal der „Tanne“ (bis 1973/74). Nachmittags gab es Veranstaltungen für die Kinder und abends für die Erwachsenen. Eine Vorführung entwickelte sogar dramatische Momente; man erzählt sich, dass es zur Panik kam, als der Film zu brennen anfing. Obwohl der Vorführer beruhigend einzuwirken versuchte, sprangen mehrere Besucher aus den Fenstern, wobei deren Scheiben zu Bruch gingen.

Bald begann ein Stamm von ca. 30 Männern unter Leitung von Lehrer Heinz Rudolf (1938-61), wieder zu singen. 1952 waren bis zu 80 Sänger aktiv. Der Chor gelangte zu Ansehen; auch ein Jugendchor entstand. Ebenso begann man wieder Theater zu spielen; alljährlich zu Ostern wurde ein neu einstudiertes Stück aufgeführt (das Theaterspielen gab man jedoch Ende der 1960er Jahre auf). Der Chor sang sowohl zur Jugendweihe und zum 1. Mai wie auch zu kirchlichen Festen.

Schwierig war der Neubeginn des Turnvereins. Er begann mit Bodenübungen in der „Tanne“. Hier turnten unter Leitung Kurt Röhrs u. a. die Sportfreunde Konrad und Kurt Plötner, Martin Vitz, Fritz Otto und Arno Leischker. Nachdem man begonnen hatte, mit einem Medizinball Fußball zu spielen, wurde 1948 die BSG „Vorwärts“ Räpitz mit den verantwortlichen Funktionären Hans Urban und Alwin Kohles gegründet; der Schwerpunkt lag seitdem auf dem Fußballspiel. 1948/49 wurde im ehemaligen Maidenlager (Sandgrube) der Sportplatz gebaut. Ein Teil der Baracken diente dem Sport (Turnraum, Umkleidekabinen), ein Teil kommunalen Zwecken (Hort, Klassenzimmer, Schulküche). Zunächst wurden Fußballspiele gegen Vereine der Umgebung ausgetragen. Die Festigung der Gemeinschaft erlaubte es, seit Anfang der 1950er Jahre am Wettkampfbetrieb in der Kreisklasse Merseburg (später Wießenfels, ab 1954 Stadtkreis und seit Ende der 1960er Jahre Landkreis Leipzig) teilzunehmen. Sportfreund Eduard Kittler war der verantwortliche Trainer. Einige Spieler liefen mit richtigen Fußballschuhen aus Schweinsleder (für 25,- M) auf. Diese besaßen lange, runde aufgenagelte Stollen. 1954 erhielt der Verein den Namen BSG „Traktor Räpitz“. Es gab auch eine Frauen-Handballmannschaft.

1950 erfolgte der Zusammenschluss der benachbarten Dörfer Meyhen, Räpitz (letzter Bürgermeister Ewald Seyfert), Schkeitbar und Schkölen zur Großgemeinde Räpitz. Ihr erster Bürgermeister wurde Kurt Röhr (später Vorsitzender der LPG Typ III). Diese Gemeinde besaß eine Gesamtfläche von 1256 ha, davon waren 1144,64 ha  Ackerland, 49,35 ha Siedlungsgebiet, 46,5 ha Verkehrsfläche (einschließlich Deutsche Reichsbahn) und 13,36 ha Wasserfläche mit Gräben und Wald. Das  Gemeindeamt befand sich in Räpitz, später in Schkeitbar. Räpitz entwickelte sich seit den 1950er Jahren zum Zentrum der Großgemeinde; hier saßen Bürgermeister und Gemeindeverwaltung, Sportverein und Chor sowie die Leitung der LPG. Zeitweilig hielt hier ein Arzt Sprechstunde ab. Rund 800 Einwohner lebten in der neuen Gemeinde.

1962 schlossen sich die vier LPG Typ I in der Großgemeinde zur LPG Typ I „German Titow“ (sowjetischer Kosmonat) zusammen. In den 1960er Jahren kamen neue Maschinen in den Technikpark, z. B. Rübenköpfmaschine mit Namen: Rübenlangschwadköpfroder, Kartoffelkombine, Mähdrescher „Weimar“ E 175 sowie Maishäcksler. Diese Veränderungen hatten tiefgreifende Folgen sowohl für die Menschen als auch für die Dörfer und die Umwelt. Die Bauern verloren ihre Selbstständigkeit, den Einfluss auf die Produktion und das Gefüge der Landwirtschaft. Neu war, dass zum festen Monatseinkommen die steuerfreie individuelle Viehhaltung kam. Auch konnte jeder in den Urlaub oder zur Kur fahren, bis er auskuriert war. Sonnabends und Sonntags wurde nur noch in Spitzenzeiten  gearbeitet, ansonsten gab es den 8,75 Stunden-Arbeitstag. Der Arbeitsplatz war sicher, denn es fehlten vor allem junge Leute. 1964 lebten in der Großgemeinde nur noch 928 Menschen.

Die LPGen veranlassten zunehmend die Beseitigung kleinteiliger Flurstrukturen und die Errichtung neuer, größerer Stallanlagen. Das führte zu effektiverer Arbeit, aber auch zum Verfall nunmehr ungenutzter oder wegen Materialmangels bzw. fehlender Initiative ungepflegter Gebäude (Stall und Scheune von Nr. 22, Wohnhaus und Hofgelände Nr. 23), zur Veränderung des Gesichts von Dorf und Flur. Ein besonderes Schicksal hatte das als solches schon lange nicht mehr  benötigte und modernen Wohnbedürfnissen keinesfalls genügende Armenhaus, das 1976 bei der Kindergartenerweiterung abgerissen wurde.

Bis etwa 1957 war die Trinkwasserversorgung in der Großgemeinde nur durch öffentliche und Hausbrunnen gesichert. Ausgelöst durch den Tagebau Kulkwitz sank der Grundwasserspiegel jedoch enorm ab. Neben Schkölen war Räpitz davon am meisten betroffen. Nach vergeblichen Bohrungen der Hausbrunnen in bis zu 12m Tiefe wurde 1955/56 in beiden Ortsteilen Eisenrohr als Wasserleitung verlegt, die an das von Meyhen kommende und ins Kraftwerk Kulkwitz führende Rohr angeschlossen war.

Bis etwa 1957 war die Trinkwasserversorgung in der Großgemeinde nur durch öffentliche und Hausbrunnen gesichert. Ausgelöst durch den Tagebau Kulkwitz sank der Grundwasserspiegel jedoch enorm ab. Neben Schkölen war Räpitz davon am meisten betroffen. Nach vergeblichen Bohrungen der Hausbrunnen in bis zu 12m Tiefe wurde 1955/56 in beiden Ortsteilen Eisenrohr als Wasserleitung verlegt, die an das von Meyhen kommende und ins Kraftwerk Kulkwitz führende Rohr  angeschlossen war. Bewilligt waren erst 100m³, später 250m³ Rohwasser je Tag für Schkölen und Räpitz zusammen. Der Wasserleitungsbau wurde größtenteils im NAW (Nationales Aufbauwerk) ausgeführt, nach Feierabend, sonnabends sowie an Sonn- und Feiertagen, anfangs ohne Entgelt, später für einen festgesetzten Lohn je nach Gewerke. Gelöst waren die Probleme der Wasserversorgung damit jedoch nicht: In den Jahren 1967 und 1969 wurden an der Landstraße, außerhalb des Ortskerns, zwei das Dorf völlig verstellende Wohnblöcke zu je 24 Wohnungen mit guten Wohnbedingungen errichtet. Davon erhielt die LPG 10 für Mitglieder. Ende der 1980er Jahre begann der Bau eines weiteren Blocks mit 6 Wohnungen, ursprünglich gedacht für Mitarbeiter der LPG. Ab 1972 entstanden 92 Bungalows mit Gärten zwischen 200 und 1000m² Fläche. Es gab in der Großgemeinde damit 219 Wohnhäuser mit 321 Haushalten, 68 Bauernhöfe, zu denen im Durchschnitt 10-15 ha gehörten. So kam es im Jahre 1977 dazu, dass in den Räpitzer

So kam es im Jahre 1977 dazu, dass in den Räpitzer Neubaublöcken im 2. und 3. Stock fast kein Wasser lief. Man konnte wegen des geringen Wasserdrucks nicht die Waschmaschine betreiben und kein Wannenbad nehmen. Die LPG baute immer größere Rinder- und Schweineställe und betrieb dafür keine eigene Wasserversorgung. Sie entnahm das für die Tiere benötigte Nass aus der Trinkwasserleitung. Vor allem in den Spitzenzeiten stand deshalb den Einwohnern fast kein Wasser zur Verfügung. Sie schrieben zahlreiche Eingaben, aber es wurde nichts geändert. Da riss ihnen der Geduldsfaden und sie griffen am 1. Mai 1978 zur Selbsthilfe: Die Betroffenen schmückten zum größten Teil ihre Fenster anstatt mit den obligatorischen Fahnen mit bunten Wassereimern. Aus den Protesten sind den Bürgern – außer einigen Mitgliedern der SED – keine Schwierigkeiten entstanden. Endlich, im Jahre 1980, baute man in die beiden Wohnblöcke eine Wasserdruckerhöhungsanlage ein. Im gleichen Jahr wurde das Wassernetz der Großgemeinde Räpitz mit dem von Schkorlopp durch den VEB Wasserversorgung und Abwasserbehandlung (WAB) zum Ringnetz verbunden, wodurch Engpässe gelindert werden konnten. Die beiden Neubaublöcke litten aber weiterhin, besonders an Wochenenden und im Sommer, an Wassernot, da nie genügend Druck auf der Leitung war. Das hat sich erst mit dem 5. Juni 1992 geändert; seit dieser Zeit erhielten die Ortschaften das Wasser von Knautnaundorf über Schkorlopp.

Das Abwasser in den Dörfern wurde traditionell über Gossen und Vorfluter und dann den Fließ (Wiesengraben) entsorgt. Solange die Bauern und die LPG Typ I  Jauche zum Düngen benötigten, war die Entsorgung nicht problematisch. Nur im Sommer oder bei Unwetter wurde Jauche gleich einmal in die Gosse geleitet. Als aber der flüssige Dünger durch künstlichen ersetzt wurde, seit den 1970er Jahren die genossenschaftliche und private Viehhaltung enorm zunahm und das  Grubenentleeren Geld kostete, kam es zu unerträglichen Folgen für Geruch und Grundwasser. Erst 1979 wurde Räpitz verschleust.

Das geistig-kulturelle und sportliche Leben bestimmten weitgehend die LPG und die BSG Traktor Räpitz. Zum geselligen Leben trugen monatliche Rentnertreffs, die Freiwillige Feuerwehr und andere bei. Schon 1965 waren die alten Baracken auf dem Sportplatz abgerissen worden. Unter großem Einsatz von Bevölkerung und Sportlern konnte die Turnhalle samt Umkleidekabinen und Sanitärtrakt innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden. Dadurch entstanden bessere Bedingungen für Trainings- und Spielbetrieb wie Schulsport. Doch plötzlich schien das Aus für den Räpitzer Fußball nahe. Denn fast alle jüngeren Männer des Ortes mussten den Wehrdienst in der NVA antreten. Sicher betraf das alle gesellschaftlichen Bereiche; aber die Fußballmannschaft konnte den Spielbetrieb nicht mehr gewährleisten. Ab der Saison 1965/66 wurde zwar wieder eine Männermannschaft gemeldet, die aber auf Grund der Unterbrechung in der 4. Kreisklasse im Landkreis Leipzig neu beginnen musste.

1973 erfolgte der Bau des neuen Sportplatzes, der Oberliga-Anforderungen genügte. Die Anlagen mit dem Reitplatz (seit 1982) besitzen große Bedeutung für das Gemeindeleben. Sie werden vom Fußballverein, der Reitsportgemeinschaft (seit 1982) und der Gymnastikgruppe genutzt. Der „Reit-, Fahr- und Sportverein“ wurde 1982 gegründet. Ihm gehörten damals 70 Mitglieder aus der Umgebung mit 15 Pferden an. Der Verein veranstaltet zum Pfingstbier in Räpitz Ringreiten, alljährlich eine Fuchsjagd sowie Reit- und Fahrturniere.

 Schon 1970 entstand eine Frauenfeuerwehr mit etwa 13 Mitgliedern.  Doch schon im Herbst 1977 löste sich die Frauenwehr wieder auf. Die FFW Räpitz wurde 1971 mit der Schkeitbars zusammengeschlossen, die auch Meyhen schützte. 1972 erhielt sie ein Feuerwehrauto und 1988 ein Feuerwehrhaus (dessen Keller wie zuvor der des Kindergartenanbaus als Luftschutzkeller eingerichtet wurde).

 Als der Männerchor nicht mehr singfähig war und auseinander zu fallen drohte, nahm er – zunächst „probeweise“, um die Gemüter zu beruhigen – Damen auf und dies mit dauerhaftem Erfolg. So entstand 1977 der gemischte Chor. 1980 griffen Kameraden der FFW die Anregung auf, in der Großgemeinde erneut das Pfingstbier als Dorffest zu organisieren. Rat holte man sich bei alten Pfingstbierveteranen. Die Initiatoren bildeten eine „Pfingstgesellschaft“ und übernahmen die Verantwortung für die Gestaltung des Festes. Erstmals 1981 wurde das traditionelle Maienschlagen und -austragen in den Dörfern wieder durchgeführt. Hauptfestort war der Sportplatz.

Die Großgemeinde zählte 1991 782 Einwohner, je 391 weibliche und männliche. Gab es 1990 5 und 1991 6 Geburten, so waren es 1992 nur 2. Von 50 Kindern im Vorschulalter besuchten 1992 40 die Kindertagesstätte, wo sie 4 Erzieherinnen und 2 technische Mitarbeiter des DRK betreuten. Schulpflichtige Kinder (einschließlich Lernende) im Alter zwischen 6 und 20 Jahren zählte man 143. Im Rentenalter (ab 61) waren 215, dazu kamen 56 Einwohner zwischen 56 und 60 Jahren im Vorrentenalter. Als Christen bekannten sich ca. 450 Einwohner. Gab es 1990 16 und 1991 12 Taufen von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern, so wurden 1992 3 Kinder getauft.

1990 begann das Ende der LPG. Die KAP löste sich in 3 Bereiche, Gundorf, Dölzig, Quesitz/Räpitz, auf. Letzterer kam mit einer Fläche von 2400 ha zur LPG (Tierproduktion) Quesitz / Räpitz. Seit Februar/März wurden keine Tiere mehr abgenommen, später nur noch zu ruinösen Preisen. Gemäß Einigungsvertrag in Verbindung mit dem Landwirtschaftsanpassungsgesetz vom März 1991 wurde durch einen Beschluss der Mitgliedervollversammlung die Teilung der LPG Quesitz/Räpitz und ebenfalls durch einen Beschluss der Mitgliedervollversammlung im April 1991 die Liquidation der LPG Räpitz beschlossen (LPG i. L. bis 31. 12. 1999). Im Juli 1991 wurden die Tierproduktion eingestellt, Viehbestände aufgelöst und billig verkauft, die Arbeitsplätze gestrichen und die Landwirte um ihre eingebrachten Beträge bebracht.

Nach Auflösung der LPG entstanden traditionelle Bauernstellen nicht wieder. Junge Leute, die Feld- wie Viehwirtschaft beherrschten, gab es kaum noch, die alten Höfe waren zum Neuanfang überhaupt nicht geeignet, ihre Besitzer den Bedingungen der Marktwirtschaft kaum gewachsen. Auch besaßen sie meist weniger als 20 ha Feld und hätten sich mit teuren Maschinen neu ausrüsten müssen. Außerdem gab es kaum Einrichtungen, die einzelne Dienstleistungen übernahmen. So bestand insgesamt ein unwägbares Risiko. In der Folge kamen auch Schmied und Müller in Nöte. Nur noch wenige mutige Bauern betrieben fortan Feld- und Viehwirtschaft im Nebengewerbe.

Über das Telefonnetz hieß es 1992: „Die Telefonanlagen ... sind eine Katastrophe. Wir sind mit 11 Apparaten in der Großgemeinde an das Ortsnetz Lützen angeschlossen. Die meisten Nummern sind mit zwei Anschlüssen belegt. Eine Verbindung nach Leipzig zu bekommen, gleicht einem Glückstreffer. ... Masten und Drähte wurden immer mal ausgewechselt, aber alles andere ist völlig überaltert.“ Anfang November 1992 erfolgten Vermessungsarbeiten zur  Planungsvorbereitung für ein neues Netz. Die Arbeiten selbst begannen 1993 und wurden bald darauf abgeschlossen.

In den letzten Jahren hat der Ort weitere Veränderungen erlebt. Am 1. Januar 1994 erfolgte die Eingemeindung der Großgemeinde in die Stadt Markranstädt, wobei die einzelnen Dörfer dessen Ortsteile bilden. Zu Markranstädt gab es – neben Lützen – schon immer enge Bindungen, z. B. eine Buslinie. Ein Ortschaftsrat entstand für die ehemalige Großgemeinde.

1998 renovierte man Dorfplatz und Denkmal. Auch Wasserleitungs-, Straßen- und Schleusenbau sowie Straßenbeleuchtung erfolgten, was nicht verhinderte, dass nach einem Mastbruch beim Herbststurm 1998 das gesamte Dorf im Dunkeln lag. Weitere Baumaßnahmen dienten 2005 der Stromversorgung der neuen Straßenbeleuchtung. Größere Tiefbauarbeiten in Räpitzer Flur erfolgten 1998/99 beim Bau der Ferngasleitung „JAGAL“, 1998-2000 beim Bau der A 38, 2004-2005 zur Rohrerneuerung der Ferngasleitung 28. Bei den Erdarbeiten traten zahlreiche archäologische Funde zutage.

Am 23. Mai 1998 wurden die Eisenbahnstrecke und der Bahnhof stillgelegt. Tags darauf ging die Bus-Linie 161 Schönau-Schkeitbar in Betrieb. Der Gemischte Chor Räpitz e. V. feierte am 23. Juni 2001 das 80jährige Bestehen. Im Jahre 2005 konnten „25 Jahre [Neubelebung] Pfingstbier Räpitz“ und „10 Jahre Heimatverein Räpitz“ gefeiert werden.

So leben heute die Einwohner des Ortsteils inmitten von Feldern und einem dörflichen Umfeld doch als Städter – als Markranstädter, zugleich interessante Traditionen bewahrend und Geschichte in einer sich ständig verändernden Umwelt pflegend.

Bei den Texten handelt es sich ausschließlich um Zitate aus der Chronik "Zwischen Schwarzbach und Knateberg" aus dem Jahr 2008. Auch die Bilder wurden aus dieser übernommen. Die Übernahme der kompletten Texte würde außerhalb des vorgesehenen Rahmens der Webseite liegen.

 

 

Karte Räpitz

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