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Faschingsverein

Im Jahr 1996 hatte alles seinen Anfang. Damals beschlossen einige Frauen der Pop-Gymnastik-Gruppe, den alljährlichen Faschingstanz in Räpitz etwas aufzupeppen und setzten mit Ihrer Tanzeinlage zum ersten Mal ein Ausrufezeichen.

Nachdem 1997 Franks Bierstube renoviert wurde, folgte 1998 der zweite Auftritt. Der gewählte Titel „Hier kommt Kurt“, nach welchem getanzt wurde, erwies sich im Nachhinein als echter Glücksgriff. Denn nun fühlten sich auch die Herren der Schöpfung angestachelt und wollten diesem ominösen Kurt natürlich nicht nachstehen. Nach reiflicher Überlegung stiegen sie im Jahr 1998 mit dem Babysitter-Song in das Programm ein.

Nun gab es für die Närrinnen und Narren kein Halten mehr. Das Programm wurde nach und nach durch diverse Nummern erweitert. Es kamen auch Sketche – erst pantomimisch vorgetragen und später gesprochen – dazu. Bald wurde zwei- und später sogar drei Mal in den Saal von Franks Bierstube eingeladen. Dieser wird zu jeder Saison von den Mitwirkenden herausgeputzt und bis in den kleinsten Winkel geschmückt. Dabei ist es stets Ziel, die Dekoration immer nah am Motto zu gestalten. Auch in diesem Punkt hat sich der Faschingsclub Räpitz über die Jahre hin weiterentwickelt. So wurden zum jeweiligen Motto passend eine Lottoziehungsmaschine, Flugzeuge, Kaspertheater, Dönerwagen und Laufstege gebaut sowie ganze Häuser und Zirkuszelte im Saal installiert. Außerdem wird jedes Jahr, ebenfalls passend zum Motto, die Westseite des Saales mit einem handgemalten Plakat gestaltet.

Den personellen Kern des Faschingsclubs bildet eine Schar von ca. 18 Närrinnen und Narren. Wenn der Sommer zur Neige geht, die Ernte eingefahren ist und es so langsam langweilig wird, treffen sie sich immer montags. Sie philosophieren dann darüber, wie man dem im Februar oder März anrückenden Publikum ein tolles Programm bieten kann.

Das Ergebnis kann sich dann in der Regel sehen lassen. Die Besucher können sich entspannt zurücklehnen und einen bunten Mix aus Tänzen und Sketchen genießen. Seit vielen Jahren mischen dabei auch die Tanzgruppe Lady-like aus Meuchen, die Schkölener Mädchen und eine Kindertanzgruppe, um hier nur einige zu nennen, mit.

Der Faschingsclub Räpitz ist kein eingetragener Faschingsverein. Er hat keinen Elferrat und kein Prinzenpaar, sondern ist lediglich eine verschworene Gemeinschaft von Leuten, welche keine Kosten und Mühen scheut und einfach Spaß daran hat, ihrem Publikum Freude zu bereiten.

In den Programmen gab es immer Highlights. An dieser Stelle seien hier beispielhaft Nummern wie das Kochstudio von Alfred Biolek und Harald Juhnke, der Auftritt von Hurvinek und Spejbel, die Gespräche zwischen Opa und Enkel, die Treffen von Trude und Elfriede und die Geschichten des alten Ehepaares zu nennen. Traditionell werden die Programme mit den Abschlusstänzen beendet. So brachten der Zillertaler Hochzeitsmarsch, der Piratentanz, das ABBA-und Elvis-Medley und auch der Tanz zu Rock me Amadeus im Barockkostüm den Saal zum Kochen.

 Auch außerhalb von Franks Bierstube haben die Mitglieder des Faschingsclubs schon für Aufsehen gesorgt: Angefangen hat es mit Gastauftritten für unsere älteren Karnevalisten in Lützen. Hinzu kamen Auftritte zur Frauentagsfeier in Großgörschen und Weiberfastnacht in Miltitz. Auch bei diversen Festumzügen wurden schon die Kamelle-Wurf-Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Im Jahr 2016 führt der Faschingsclub sein nunmehr 20. Programm auf. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Es ist aller Ziel, alles rauszuhauen, um den Mitwirkenden und dem Publikum ein unvergessliches Erlebnis zu bereiten.

Da kann man mit einer Eintrittskarte unter dem Weihnachtsbaum eigentlich nichts falsch machen.

 

Räpitz Helau

Die Spekulationen schossen ins Kraut. Hört er etwa auf? Geht er baden? Was soll das für ein Motto sein? "Heute wird es bunt." oder "Frohsinn, Jux und Tollerei" solche Mottos gibt es in Räpitz nicht. Denn schon die im Vorfeld aufgebaute Spannung ist wichtig, um am Ende ein begeistertes Publikum im Saal zu haben. "Herr Küster taucht heut ab." hieß es dieses Jahr bei den Räpitzer Faschingsfreunden - und selbst die hatten sich gehörig im Motto geirrt.

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Während der ganze Saal einer Wasserlandschaft glich und man versuchte, das Thema „abtauchen“ in ein Programm zu pressen, stellte sich gleich zu Beginn heraus, dass Herr Küster einfach nur mal seine Ruhe haben wollte. In den besten Schlafrock gekleidet verkündete er, dass er die Schnauze voll hat von allem, was so auf dieser Welt passiert und daher einfach mal abtauchen will.

Langsam wird es eng

Helau liebe Leserinnen und Leser,

nachdem wir am 11.11. über die Feierlichkeiten vom Platz zum ehemaligen Glascontainer berichtet haben, wollen wir Ihnen nun nochmal vom Stand der Vorbereitungen berichten und auch mal hören, wie die Lage im Ticketbüro ist. Wir würden ihnen gerne Informationen aus erster Hand geben, allerdings ist unser Reporter seit dem 11.11. spurlos verschwunden. Wir haben keinen Kontakt mehr und hoffen ihm ist …

Reporter: Räpitz Helau

Redakteur: Herr Reporter – Gott sei Dank Sie leben. Wo kommen Sie denn jetzt her?

Reporter: Es war der Wahnsinn. Ich bin bei unserer letzten Live-Schaltung in der Polonaise auf dem Platz zum ehemaligen Glascontainer untergegangen. Die Massen haben mich quasi verschluckt und erst Tage später wieder ausgespuckt.

Redaktione

Redakteur: Na aber da hätten Sie doch dann her kommen können.

Räpitz Helau!

Es ist vollbracht! Monate voller Arbeit, Schweiß, Blut und Tränen liegen hinter uns und gestern wurden die letzten winzigsten Details abgestimmt und unser diesjähriges Faschingsprogramm rund, wie ein Buslenker gemacht. Die Generalprobe werden wir nochmal ordentlich verhunzen, damit dann am Samstag wirklich alles sitzt.

Alle Faschingsfreunde sind bereit und brennen darauf, vor dreimal fast ausverkaufter Hütte (einzelne Restkarten für den 25.02.) ein 3- bis 8–stündiges Feuerwerk (je nach Publikumskontakt) abzubrennen.

Damit es auch wirklich drei herausragende Abende werden, wollen wir Sie, als unser Publikum, auch noch für die kommenden Abende fit machen:

Ja, wir haben ihn!

111116

Auch wenn es heute Morgen noch nicht den Anschein machte, doch gerade in diesem Moment läuft die Schlüsselübergabe am Gemeindehaus in Schkeitbar. Alle Vertreter und Freunde des Faschingsclubs besetzten den Platz zum ehemaligen Glascontainer und wir haben keine Mühen gescheut und einen unserer Reporter direkt in den Hexenkessel geschickt:

Redakteur: Wie ist die Stimmung bei Ihnen?

Reporter: Es ist gut, dass wir schreiben, denn wenn wir telefonieren würden, könnten wir uns sowieso nicht verständigen. Hier ist die Hölle los. Tausende Menschen säumen den Platz. Es wird Konfetti geschossen, Luftschlangen kräuseln sich zwischen den Beinen und es gibt Pfannkuchen satt.

Redakteur: Wie konnte denn bei einem derartigen Menschenauflauf ein Verkehrschaos in und um Räpitz vermieden werden? Im Verkehrsfunk hört man ja von keinen Störungen.

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