Bis in uralte Zeiten reicht die Vergangenheit unserer Kirche in Schkeitbar. Um das Jahr 1008 ließ Bischof Wigbert von Merseburg einen kleinen Hain der Slawen bei Zutibure vernichten und dort eine Kirche, die dem Märtyrer Romanus geweiht wurde, erbauen. Dies war ein gewagtes Unterfangen, da das bewaldete Gebiet zwischen Saale und Elster östlich von Merseburg in jener Zeit ständiges Kampfgebiet zwischen slawischen und deutschen Siedlern war.


Ein sehr spitzer Turm war das Wahrzeichen der ersten aus Stein gebauten Kirche, vermutlich aus dem 12. Jahrhundert. Bis in unsere Zeit haben sich im Turm der umgebauten Kirche historische Zeugnisse erhalten, die für unsere Gegend einmalig sind. An der Ostseite des Turmes sind kräftige Säulen eingelassen. Eine weißt ein schachbrettartiges Muster im Kapitell auf, eine zweite besitzt ein schlichtes Kompositkapitell. Die dritte hat im Kapitell an den Seiten maskenhafte Köpfe. Besonders fallen bei diesen Köpfen der markante, selten so dargestellte Oberlippenbart auf, sowie die Andeutung einer runden Kappe auf dem Haupt. Es war damals üblich, Zeugnisse der alten “heidnischen” Kultur als Abschreckung in die Kirchen einzubauen.
Die Lage der Kirche ist interessant, da sie nicht mitten im Dorf steht, sondern auf einer leichten Anhöhe am Rande.Das lässt vermuten, dass die uralten Überlieferungen der Wahrheit entsprechen und die Kirche auf dem ehemaligen heiligen Hain steht, damals im Schutze des sumpfigen Urwaldgebietes der Schkölzig.
Als zu klein erwies sich das alte Gebäude nach 700 Jahren für die hiesige Bevölkerung, zur Kirchengemeinde gehörten Schkölen, Räpitz, Meyhen, Großschkorlopp und Seebenisch. Als 1739 der Blitz einschlug, wurde begonnen, ein neues Kirchengebäude zu errichten. Nach einem Jahr Bauzeit war die Kirche 1742 in ihrer heutigen Form vollendet. Beibehalten wurden das Turmgemäuer aus dem 12. Jahrhundert, mit den romanischen Rundbogenfenstern. Hier befinden sich bis heute die geheimnisvollen figürlichen Darstellungen der Säulenkapitelle.
Der schlichte Eingang zur Kirche an der Südseite lässt die eindrucksvolle Schönheit und Größe im Inneren nicht vermuten.
Zwei übereinander angeordnete Emporen behindern nicht das Licht, das den Kirchenraum erhellt. Die Kirchendecke mit leichtem Stuck nimmt die Farben der Emporen und des Kanzelaltars auf: freundliches Weiß, mit lichtem Blau und Gold abgesetzt.Der Blick des Besuchers konzentriert sich auf den barocken Portikusaltar. Gekrönt wird er von einem Schild der Dreieinigkeit Gottes, einem Dreieck mit Flammen, hinter dem goldene Strahlen hervorschießen. Rechts und links tragen zwei Puttenengel das Kreuz und den Kelch. Die mit einem Baldachin überdachte Kanzel schwebt über dem Altartisch. Der Kanzelkorb ist mit dem Auge und zwei Ohren Gottes ausgestattet. Die Türen links und rechts der Kanzel waren nach den Sakramenten geöffnet und die Gemeinde ging im Uhrzeigersinn um den Altar herum. Dieser Brauch sollte den gleichberechtigten Zutritt aller Gläubigen zum Altarbereich symbolisieren.
Die Westseite des Kirchenschiffes schmückt in gleicher Bauart die 1788 erbaute Orgel von Gottfried Krug die Turmseite in Emporenhöhe.1766 erhielt der Turm sein heutiges Aussehen: auf dem alten Geviert wurde ein achteckiges Zwischenteil mit Glockenstuhl und barocker Haube errichtet, die eine Wetterfahne mit Jahreszahl ziert.
Im Jahre 1984 konnten umfangreiche Restaurierungsarbeiten an und in der Kirche beendet werden. Durch gute Fachkenntnisse und die tatkräftige Unterstützung der Gemeinde erstrahlt die Kirche erneut in himmlischem Glanz.

Im Jahr 2006 wurde die Kirchturmuhr erneuert. Nach Süden und Westen zeigen neue Ziffernblätter die Zeit an, das ebenfalls sanierte Läutwerk schlägt die Stunde und ruft zu Gottesdienst und Gebet.
Seit 2010 erklingt unsere Orgel in einem neuen, sauberen Klang. Mit Hilfe vieler Sponsoren und Helfer konnte eine Generalreparatur durchgeführt werden.