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Die Ersterwähnung

Die meisten Dinge in unserer heutigen Kulturlandschaft haben einen von Menschen geschaffenen Anfang, wie beispielsweise die Entstehung eines Dorfes. Jedoch ist deren Ermittlung vor mehreren hundert Jahren aus heutiger Sicht nicht so einfach. Deshalb wird vielfach auf die erste schriftliche, das heißt urkundliche Erwähnung des Ortes zurückgegriffen.

Das Gebiet von Schkeitbar gehörte zum Bistum Merseburg. Es wurde 968 durch Otto I. gegründet. Nach einer kurzzeitigen Auflösung wurde durch Bischof Wigbert, der 1004 sein Amt antrat und sich stark für die Bekehrung der heidnischen Slawen einsetzte, zu diesem Zweck ein besonderes Exempel statuiert. Er rodete den heiligen Hain „Zutibure“ in dem die slawische Bevölkerung ihre innwohnenden Gottheiten verehrte und der den Slawen als unverletzlich galt. Er baute stattdessen eine Kirche. Die Kirche war fortan Missionsstation im heidnischen Land.

Der Chronist Thietmar, ebenfalls Bischof in Merseburg, schildert dieses Ereignis zu 1008, womit sich die erste Erwähnung von Schkeitbar ergibt. 1012 wird die Kirche erstmalig urkundlich bezeugt, in der König Heinrich II. eine dem Bistum Merseburg gemachte Landschenkungen bestätigte und die Orte aufführte, die dazu gehörten. Diese Originalurkunde befindet sich im Domarchiv von Merseburg. Darin wird Skutibure genannt, ein ehemals slawisches Dorf.

Die Schreibweise des Ortsnamens hat sich im Laufe der Jahrhunderte häufig verändert.


 

Der Ort

Schkeitbar liegt im heutigen Landkreis Leipziger Land im Freistaat Sachsen. Seine Verwaltung wird seit 1994 durch die Stadt Markranstädt wahrgenommen. Die Länder- und Verwaltungszugehörigkeit wurde im Laufe der Zeit durch die jeweiligen geschichtlichen Ereignisse bestimmt und mehrmals verändert. Von Markranstädt liegt es 6 km südlich, von Leipzig 11 km südwestlich und von Lützen 6 km östlich entfernt. Der Siedlungsform nach ist Schkeitbar ein Gassendorf mit Gewannflur.

1780                                                                                    2008

Am Ende der Völkerwanderungszeit im 07./08. Jahrhundert haben Sorben Schkeitbar als seitdem stabiles Dorf angelegt. Auf dessen Gründung durch die Slawen verweist auch sein Name. So könnte der ursprüngliche Ortsname etwa „Skytobory“ gelautet haben und Ort der „Schild-Kämpfer“ bzw. des „Schutz-Waldes“ bedeuten. Im Laufe der Zeit unterlag der Name vielen Änderungen bis es schließlich zum heutigen Ortsnamen gekommen ist. Mit Sicherheit gehörte das Dorf damals zum slawischen Burgward Schkölen, einen unteren Verwaltungsgebiet, das sich noch 1031 als solches erhalten hatte, während bei „Zutibure“, wie Bischof Thietmar von Merseburg schreibt, der heilige Hain der Sorben, wohl ebenfalls wiederum in einem bewähren bei „Zutibure“, wie Bischof Thietmar von Merseburg schriebt, der heilige Hain der Sorben, wohl ebenfalls wiederum in einem bestimmten Gebiet gelegen hat und zwar vermutlich nahe der später entstandenen Kirche. Etwa ins 11./Anfang 12. Jahrhundert fällt der Beginn der Kolonisation durch Zusiedlung von Bauern aus dem Altsiedelland unter Führung deutscher Feudalherren. Die neuen


Kolonisten siedelten sich vermutlich in dem eigens von ihnen errichteten, gekrümmten Gassendorf nahe der Kirche an.

Mit dem Aufstieg Leipzigs zur ersten Messe- und Handelsstadt Mitteldeutschlands im 15./16. Jahrhundert kam auch Schkeitbar aus einer gewissen Randlage heraus. Der Ort entwickelte sich zur Durchgangsstation an einem Arm der uralten und immer mehr an Bedeutung gewinnende dreigeteilten Fernverkehrsstraße von Frankfurt am Main nach der Stadt an der Pleiße, der via regia. Sicher belegt ist, dass es bereits 1578 im Ort eine Schule gegeben hat. Zweifellos hat dies, ebenso wie der Fortschritt in der Produktion, eine Ertragssteigerung in der bäuerlichen Arbeit erbracht und den inneren Ausbau des Dorfes gefördert. Dem Durchreisenden stand im Ort zum Beispiel eine Schenke und ein Hospital (1578 erwähnt), eine Schmiede (1593 erwähnt) und 1628 ein nachweisbarer Geleitsmann zur Verfügung.

Seit dem 16. Jahrhundert muss es deutliche Besitzunterschiede unter den Bewohnern gegeben haben. Wiederholt sind arme Menschen und Mägde, das heißt Unselbständige ohne Hof und vereinzelt Handwerker erwähnt. Vor 1650 entstanden Häuser mi Blockstuben. Zu jedem Haus gehörte ein Backofen. Wie Wohnhaus, Ställe und Scheune einander zugeordnet waren, lässt sich heute nicht mehr ermitteln. Das Leben der Menschen vollzog sich in einem festen Rhythmus. Die Jahreszeiten bestimmten Arbeit und Alltag, nur unterbrochen durch die vom Kirchenjahr bestimmten Feste. Um 1671 muss im Dorf eine Feuersbrunst gewütet haben. Wiederaufbau und Dorferneuerung kamen nur zögerlich voran. Bis nach dem Jahre 1800 erhielten sich in dem Dorf die aus dem Spätmittelalter übernommenen politischen, sozialen und baulichen Zustände. Erst infolge der durch die Napoleonischen Kriege erzwungenen Reformen in Deutschland veränderten sich allmählich die Verhältnisse. Sowohl die Anzahl der Gebäude als auch die der Einwohner stieg an. Zunächst aber war dessen Überleben gefährdet, als Anfang Mai 1813 nach der Schlacht bei Großgörschen Russen und Preußen über Zwenkau abzogen und Franzosengruppen hierher kamen. Während die meisten Einwohner nach Knauthain flohen, wurde der Ort geplündert und 5 Bauerngüter angebrannt. Beherzte Männer verhinderten Schlimmeres. 1823 begann man die feudalen Belastungen der Einwohner abzulösen. Zum bürgerlichen Reformprozess gehörte wohl auch das Tätigwerden einer eigenen bäuerlichen Gemeindeverwaltung. Der agrarisch geprägte Ort modernisierte nur langsam sein Gesicht. Nach 1830 wurden eingeschossige Wohngebäude der Bauerngüter aufgestockt. Vor allem seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden von bäuerlichem Selbstbewusstsein zeugende Bauten aus Ziegelsteinen. Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts wurden weitere Neubauten anstelle älterer Gebäude errichtet.

In der Feldwirtschaft gab es Jahrhunderte lang keine wesentliche Entwicklung. Die Arbeitsgeräte waren aus Holz. Aus Eisen bestanden nur wenige Teile, wie Schare oder Zinken. Alle Arbeiten mussten mit der Hand verrichtet werden, mit Sense, Sichel, Rechen, Gabel, Spaten, Dreschflegel und so weiter. Erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden Maschinen aus Eisen für die Landwirtschaft, wie Mäh-, Säh- und Dreschmaschinen entwickelt und gebaut. Bis zur Elektrifizierung wurden alle Maschinen und Geräte mit Pferdekraft angetrieben. Zum Fortschritt gehörten auch die unterschiedlichsten Gewerke zur Ausführung von Reparaturen und Dienstleistungen, einen Kolonialwarenladen und einen Gasthof. Im Dorf herrschte reges Treiben, die Einwohner hatten fast täglich untereinander Kontakt, es blühte auf.

Wichtig für die weitere Entwicklung des Ortes war vor allem der Eisenbahnanschluss 1897 mit der Eröffnung des nahe gelegenen Bahnhofs. Er diente dem Abtransport landwirtschaftlicher Massengüter, der Anlieferung von Kohle und Baumaterialien sowie der Beförderung von Einwohnern als Arbeitskräfte in die Industriestandorte in Leipzig und Leuna. Nunmehr siedelten sich auch Arbeiter ohne Landbesitz an oder wohnten zur Miete. Nach dem Eisenbahnanschluss wurden die Straßen mit sogenannten „Katenköpfen“ oder „Preußenpflaster“ gepflastert. 1913 erfolgte der Anschluss von Schkeitbar an das Elektrizitätsnetz. Allmählich kam es zu einem neuen wirtschaftlichen Aufschwung. Weitere neue moderne Gebäude wurden errichtet. 1927 wurden die ersten Telefone in Schkeitbar in Betrieb genommen.

Insgesamt blieb das Dorf weiterhin geprägt durch geschlossene Bauernhöfe mit meist sehr großen Scheinen und umfangreichen Gärten mit Gemüseteil und Obstbäumen.

Von der verheerenden Zerstörung des 2. Weltkrieges ist Schkeitbar verschont geblieben. Es kamen zahlreiche Umsiedler, die alles verloren hatten und im Ort untergebracht werden mussten. Die Einwohnerzahl war in kurzer Zeit um 50 Prozent gestiegen. Nicht nur der Krieg, sondern auch die Zeit danach hinterließen tiefe Spuren. Das Dorf fiel zuerst unter amerikanische Besatzung. Am 2. Juli 1945 wechselte die Besatzungsmacht und die Russen kamen. Es bleiben Hunger, Krankheit, Hoffnungslosigkeit und Not im Ort. Die landwirtschaftlichen Betriebe waren mit der veralteten Technik und dem Verlust zahlreicher qualifizierter Arbeitskräfte durch den Krieg schwer angeschlagen. Es ging nur langsam voran. Außer der Verlegung einer Wasserleitung 1956, dem Anschluss an das öffentliche Versorgungsnetz 1966 und der Aufstockung des ehemaligen Armenhauses zur Nutzung als Gemeindeamt gab es keine wesentlichen Verbesserungen.

1953 kam es zur Gründung der ersten LPG Typ I. Durch die großen Stallanlagen und die industrielle Feldwirtschaft änderte sich später das Gesicht des Dorfes wesentlich. Private Ställe wurden zu Wohnungen umgebaut und viele Scheunen wurden dem Verfall preisgegeben, als sie nutzlos wurden. Viele ältere Wirtschaftsgebäude verfielen auch deshalb, weil sie durch neue, größere Stallanlagen für effektivere Arbeit ersetz wurden. Wohngebäude verwilderten, weil die Kinder der Bauern sich in der Industrie Arbeit suchten oder Eigentümerverantwortung durch die Leitung der LPG nicht wahrgenommen wurde, aber auch Mieter nicht pfleglich mit dem fremden Eigentum umgingen. Bei fehlender Privatinitiative verfielen auch andere Gebäude, sicher auch bedingt durch den Mangel an Baumaterialien.

Selbständiges Handwerk und Gewerbe war nicht mehr erwünscht und auch durch die zunehmende Industrialisierung nicht mehr gefragt, sodass es langsam zu Grunde ging. Die für die an landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen erforderlichen Reparaturen wurden von den Maschinen- und Traktorenstationen übernommen. Alle Bürger hatten einen Arbeitsplatz in der Landwirtschaft, der Industrie oder anderswo.

Die politische Wende 1989/1990 führte erneut zu tiefgreifenden Veränderungen in Schkeitbar. Gemäß Einigungsvertrag wurde in Verbindung mit dem Landwirtschaftsanpassungsgesetz im Mai 1991 die Liquidation der LPG beschlossen.


Danach wurden keine traditionellen Bauernstellen wieder eingerichtet. Nur noch wenige mutige Bauern betrieben fortan Feld- und Viehwirtschaft im Nebengewerbe. Infolge der Auflösung der LPG und der Deindustrialisierung der Region verloren viele Menschen ihren Arbeitsplatz.

1993 wäre noch die Schaffung eines neuen Telefonnetzes infrastrukturell hervorzuheben. Durch die Aufnahme Schkeitbars in das Sächsische Dorfentwicklungsprogramm 1994 sind folgende Sanierungs- und Baumaßnahmen durchgeführt worden: Straßenbeleuchtung Räpitzer Straße, Seebenischer Weg, Pfarrgasse und Alte Schmiede, Erneuerung Teich am Seebenischer Weg und an der Alten Schmiede, Abriss des alten Feuerwehrgerätehauses, Errichtung der Bushaltestelle und des Containerplatzes sowie der grundlegende Ausbau der Räpitzer Straße. Das Dorferneuerungsprogramm wurde 2000 abgeschlossen.

Dorfstraße 1998

1994 schloss das letzte Geschäft und 1998 die Schule. Lediglich der Gasthof „Zum Grünen Baum“ hat heute noch seine Existenz.

Nach der Wende wurden Gebäude saniert, modernisiert, rekonstruiert oder neu gebaut. Leider gibt es einige Grundstücke, die dem Ruin verfallen sind und das Dorfbild negativ beeinflussen. Der Dorfcharakter hat sich so verändert und der neuen Zeit angepasst.

Am 25. April 2008 zählte Schkeitbar 134 Einwohner (67 männliche und 67 weibliche), der geringste Stand aller bekannten statistischen Nachweise.

Die Kirche

Sie wurde, so schildert der Chronist Thietmar, durch den Merseburger Bischof Wigbert erbaut und dem heiligen Märtyrer Romanus gewidmet. 1008 schildert er das Ereignis, deshalb dürfte die Erbauung in diesem Jahr stattgefunden haben. Vermutlich hat es sich zunächst um eine einfache Holzkirche gehandelt.

1012 wurde diese Kirche erstmals urkundlich erwähnt. Heinrich II. schenkte ihr eine Königskufe. Diese sollte sicher zum Unterhalt des Gotteshauses dienen. Heute sind keine Reste der 1008 geweihten Kirche mehr sichtbar, vielmehr stammt der älteste Teil, der Unterteil des mächtigen Querturmes, aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, einem Nachfolgebau der ersten Kirche. Wohl auch im 15. Jahrhundert sind Kirchenumbauten erfolgt.

1730 war die Kirch baufällig und zu unräumig für die Parochianer (Gemeindemitglieder)

1739 schlug der Blitz in den Turm und beschädigte diesen und die Kirche.

1741 wurde mit einem Neubau begonnen.    
1742 erfolgte die Einweihung. Die vorige alte Kirche hatte einen hohen spitzen Turm. Deshalb wurde Schkeitbar besonders bei den Fuhrleuten oft auch als die hohe Spitze bezeichnet.  
1766 erhielt der Turm erst sein heutiges Aussehen.  
1832 wurde der Turmkopf vergoldet.  
1860 wurde die Kirche maurermäßig erneuert.  

1946 haben Wetterschäden und Kriegseinwirkungen Arbeiten am Turmdach, der Stange und der Wetterfahne notwendig gemacht.

1976 wurde der Turm mit steinschichtigem Putz versehen und die Spitze neu gedeckt. Eine neue Wetterfahne erhielt die Kirche ebenfalls.

1982 bekam das Kirchendach eine neue Eindeckung.

1983 ist ein frischer Putz außen an das Kirchenschiff angebracht worden.

1984 sind Restaurierungsarbeiten im Inneren der Kirche vorgenommen worden.

1991 bekam der Friedhof eine neue Einfriedung.

Anfang des Jahres 2007, rechtzeitig vor den Jubiläumsfeierlichkeiten, konnten Restaurierungsarbeiten an der Turmuhr und den Glocken abgeschlossen werden. Sie künden nun wieder von der langen und eindrucksvollen Geschichte des Ortes und mahnen, für seine Bewahrung Sorge zu tragen.

Das Pfarrhaus

   

Als ältestes Gebäude des Ortes ist das unter Denkmalschutz stehende Pfarrhaus, Evangelisches Pfarramt mit Gemeindesaal und Pfarrerwohnung, anzusehen.

Bereits 1562 wird es erwähnt, die Pfarre wurde neu gebaut, aber nicht fertiggestellt. Es fehlten noch Keller und Backhaus. Wodurch sie zu Schaden kam ist nicht bekannt. 1609 brannte sie ab und wurde danach 1632 wieder aufgebaut.

In einem Teil des Gebäudes gibt es noch eine Blockstube aus Holzstämmen, an drei Seiten glatt behauen, nach außen rund und mit Schutzwand. Diese Bauweise entstand vor 1650. Durch viele Änderungen an der Bausubstanz ist davon äußerlich nichts mehr sichtbar. Der nächste Brand wurde im Jahr 1704 vermeldet. Die Wiederherstellung erfolgte bis zum Antritt von Pfarrer Heydrich 1729. Auch Scheune und Ställe wurden neu errichtet. Während

der Amtszeit dieses Pfarrers soll es in der Pfarre sogar gespukt haben. H. Dietmann schrieb in seinem Buch „Die Priesterschaft 1755“ über jene Vorgänge, die sich von 1738 bis 1741 zugetragen haben sollen. 1791 wird durch Blitzeinschlag das Pfarrhaus erneut beschädigt und später repariert, wahrscheinlich vergrößert und modernisiert.

Für den Zeitraum zwischen 1791 und 1973 konnten keine Aufzeichnungen gefunden werden.

1974 erhielt die Wohnhausfassade einen neuen Putz. Die zwei Scheunen wurden wegen Baufälligkeit 1980 abgerissen.

Die Stallung, einziges noch erhaltenes Nebengebäude im Pfarrgrundstück, wurde 1991 unter fachlicher Anleitung denkmalspflegegerecht von hiesigen Handwerkern im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme saniert.


Die Schule

1578 erfolgte bei einer Kirchenvisitation erstmals die Erwähnung einer Schule. Belegt ist, dass 1777 vom Zimmermann Schröter aus Schkeitbar ein Schulhaus mit Fachwerkaufstockung westlich des Friedhofseinganges unweit der Kirche auf Gottesacker erbaut wurde. Zu derselben gehöhrten ein Wohnhaus, in welchem sich das Schulzimmer befand, zwei Stallgebäude, eine Scheune, ein Garten und ein Feldplan.

Die alte Schule

Am Anfang wurde in Schkeitbar, obwohl ein Schulhaus da war, noch Reiseschule gehalten. Später wurde diese eingestellt und die Dörfer Räpitz, Meyhen und Großschkorlopp schickten ihre Kinder nach Schkeitbar. 115 Jahre diente die Schule als Stätte der Erzeihung der Jugend hiesiger Gemeinden. Dann musste sie einem neuen Schulhaus weichen. Sie wurde abgerissen und ihr Platz dem Friedhof zugeschlagen.

Das neue Schulhaus bekam seinen Standort östlich der Kirche. Es wurde vom Zimmermann Müller aus Lützen erbaut und 1894 eingeweiht. Aufgrund der hohen Schülerzahl wurde ein zweiter Lehrer eingestellt.

1913 erhielten beide Dienstwohnungen und die 1. Klasse elektrisches Licht.

1934 wurde von arbeitslosen Gemeindemitgliedern am Schulgebäude eine größere Reparatur vorgenommen. Das Schieferdach wurde erneuert und mit Schalung versehen. Dachrinnen wurden erneuert und Klempnerarbeiten durchgeführt. Ein Blitzableiter wurde installiert.

1937 bekam das Arbeitszimmer Doppelfenster, einen elektrischen Anschluss und einen neuen Ofen. Alle Fenster wurden ausgebessert und gestrichen.

1938 und 1939 erfolgte die Instandsetzung der Schulmauer. Ein Raum für Turngeräte wurde geschaffen, die Waschküche verkleinert und vorgerichtet, eine Tür zum Friedhof und ein neues Hoftor wurden beschafft, die Dränage erneuert und das Zimmer der 1. Klasse gestrichen.

1945 wurden die Klassenräume malermäßig instandgesetzt.

1961 erfolgte der Anbau von zwei Klassenzimmern.

1962 wurde die kleine Schule mit zwei Klassenräumen errichtet.

Zwischen 1956 und 1983 wurde die zweite Dienstwohnung zum Lehrerzimmer und zur Küche umgebaut. Die Schule erhielt moderne Sanitäranlagen, bekam ein neues Heizhaus sowie eine zeitgemäße Heizanlage. Sie wurde baulich und lehrmäßig ihren jeweiligen Erfordernissen angepasst.

Über Jahrhunderte stand sie neben der Kirche mit Mittelpunkt von Schkeitbar, war wichtigste Begegnungsstätte der schulpflichtigen Kinder.

Der Schulhof und der angrenzende parkähnliche Spielplatz boten den Kindern über viele Jahre angenehme Erholungsmöglichkeiten. Auch Jugendliche verbrachten ihre Freizeit auf dem Gelände. Infolge rückläufiger Schülerzahlen nach 1990 wurde ab 1992 nur noch bis zur vierten Klasse unterrichtet.

1998 wurde die Schule für immer geschlossen. Seitdem stehen die Gebäude leer und warten auf eine sinnvolle Weiternutzung.


Die Denkmäler

Es ist eine schöne Sitte, das Gedächtnis an Personen und Ereignisse in Stein und Erz der Nachwelt zu überliefern. Diese Sitte ist älter als die Hünengräber oder Pyramiden. In Schkeitbar können wir die Kirche mit dem Friedhof als ein bedeutendes Uraltdenkmal ansehen.

   

1871 wurde zu Ehren der Soldaten des Deutsch-Französischen Krieges (1870 bis 1871) ein Denkmal errichtet. Nur ein Schkeitbarer, Friedrich Morenz, ist in diesem Krieg gefallen.

Dieses Denkmal wurde 1896 restauriert. In der Schulchronik gibt es dazu folgenden Bericht: „In demselben Jahr beging auch die Gemeinde zu Schkeitbar am 2. September ein Jubelfest. Das Kriegerdenkmal, welches vor 25 Jahren die Schkeitbarsche Gemeinde in dankbarer Verehrung der im Krieg Gebliebenen aufgestellt hatte wurde restauriert, sodass es wieder in neuer Schönheit und Pracht strahlt. An dieser Feierlichkeit beteiligten sich auch die Schulkinder, welche durch Gesangsvorträge das Fest verschönerten.“ Das Denkmal wurde Mitte 1960 entfernt, wohl weil es baufällig geworden war. Es stand vor dem Wohnhaus Räpitzer Straße 29. Heute steht dort nur noch eine alte Eiche.

1921 wurde das Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges (1914 bis 1918) auf dem Friedhof gesetzt. In diesem Krieg sind 12 Schkeitbarer gefallen beziehungsweise vermisst. Darüber wird wiederum in der Schulchronik wie folgt zitiert: „Eingedenk des Dichterwortes “Vergiss mein Volk die teuren Toten nicht“ erwachte auch in unseren Gemeinden des hiesigen Kirchspiels der Wunsch für unsere gefallenen Helden des Weltkrieges ein Denkmal zu errichten. Damit, wenn längst unser Staub verraucht ist, dasselbe noch ferneren Geschlechtern von unserem Geschick erzählen kann. Durch die eifrigen Bemühungen des Kirchenältesten Oskar Kitzig kam das Werk zustande. Aufgeführt und aufgestellt wurde von Herrn Bildhauer Graf in Markranstädt für die

   
   


Summe von 24.694 M, die durch Einsammlung in den Gemeinden mit Ausnahme von Meyhen und Schkölen (welche selbst ein Denkmal in ihrem Dorfe errichteten) zusammengebracht war. Am Totenfest 1921 fand die Einweihung unter großer Beteiligung der Gemeindemitglieder statt.“

Den 24 Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkrieges (1939 bis 1945) wurde erst 1964 in der Kirche eine Gedenktafel gewidmet. Ein Denkmal im Freien zu errichten, war wegen möglicher Kriegsverherrlichung verboten worden.


Das Armenhaus

Das wahre Alter des Armenhauses ist nicht erwiesen. Im Sterberegister von 1592 gibt es einen Hinweis, dass eine Frau in der „Alten Stube“ im Armenhaus gestorben sei.

Ein Armenhaus, einst dazu errichtet bedürftigen Menschen ein Obdach zu geben, ist heute nur noch ein Denkmal der Zeitgeschichte. Es wurde unnötig, denn Arme, im Sinne von unverschuldeter Armut, gibt es nicht mehr.

Laut Liegenschaftsbuch sind auf dem Flurstück nur ein Wohnhaus und ein Torfstall verzeichnet.

Schon nach 1933 diente es als Jungvolkhaus. Nach dem 2. Weltkrieg wurde eine Umsiedlerfamilie mit 7 Kindern darin untergebracht.

Ab 1950 wurde es Sitz der Gemeindeverwaltung der Gemeinde Räpitz.

Rat der Gemeinde

Das Gebäude war nur ebenerdig. Aus Platzmangel wurde es 1953 um eine Etage aufgestockt und so weiterhin bis zur Eingemeindung zu Markranstädt 1994 genutzt.

Nach einem kurzzeitigen Leerstand wurde das Grundstück an einen privaten Nutzer verkauft.


Das Leben auf dem Land

 

Die Einwohner

Bis Mitte des vorigen Jahrhunderts waren die meisten Schkeitbarer Einwohner Bauern, Bewirtschafter einer Hofstätte, die Wohnhaus mit Hausgarten und Flurabschnitten für den Ackerbau sowie die Nutzungsrechte der unverteilten Gemarkungsteile (Wald, Weide, Ödungen) umfasste.

Sie produzierten im Ackerbau vor allem Getreide (Hafer, Roggen, Weizen, Dinkel); die Viehwirtschaft brachte Rinder, Pferde und Kleinvieh hervor. In Sonderkulturen wurden Obst, Hanf, Flachs, Hülsenfrüchte, Kraut und andere Gemüsepflanzen angebaut.

Die Bauern mussten im Schweiße ihres Angesichtes ihre Felder mittels einfacher Werkzeuge und Maschinen bestellen, obwohl sich ihre soziale Stellung im Laufe der Jahrhunderte verbesserte.

Bauern, die größere Betreibe bewirtschafteten, beschäftigten Knechte, Mägde und Tagelöhner, die im Haushalt des Bauerngutes lebten oder auch von kleinen ländlichen Häusern aus der Arbeit auf den Höfen nachgingen. Sie bildeten wirtschaftlich und sozial gesehen die unterste Schicht des Landvolkes.

Es gab aber auch gewisse genossenschaftliche Momente in der Verwaltung des Dorfes, nämlich bei der Besetzung von Dorfämtern (Hirte, Flurwächter und dergleichen) oder bei der Nutzung gewerblicher Einrichtungen wie der Mühle, der Schmiede und dem Wirtshaus.

Die Dorfbevölkerung war in sozialer Hinsicht stark differenziert. Sie ist auch wirtschaftlich nicht einheitlich gewesen, denn neben den Lebens- und Verdienstmöglichkeiten in der Landwirtschaft bot das Dorf auch Handwerkern ein Wirkungsfeld für Arbeit und Verdienst.

In historischen Unterlagen über Schkeitbar wurde 1594 ein Wirt, 1628 eine Schenke, 1666 ein Schneider, 1670 ein Leineweber und Mitte des 18. Jahrhunderts ein Barbier verzeichnet. Sicherlich gab es viele Handwerker mehr.

Nach einer Gewerbetabelle von 1842 waren ein Fleischermeister, ein Sattlermeister, ein Seilermeister, ein Schneidermeister, ein Schuhmachermeister und ein Gehilfe, zwei Getreidehändler, ein Krämer und ein Schankwirt in Schkeitbar ansässig.

Der Gasthof „Zum Grünen Baum“

Räpitzer Straße 35 (früher Nummer 34)

Auf diesem Grundstück hat es bereits 1879 einen Gasthof gegeben. Der Gastwirt hieß Herrmann Bernhard Schubert. Sein Nachfolger wurde 1889 bis 1892 der Brauereibesitzer Blasnig.

1893 erwarb der Gastwirt Friedrich Marx das Grundstück zum weiteren Betrieb eines Gasthofes.

Gasthof und Saal – früher und heute

1909 übergab er diesen an seinen Schwiegersohn Woldemar Müller, ebenfalls Gastwirt mit Konzession. Seine Tochter Adele verwitwete 1916. Sie führte zunächst den Gasthof ohne eigene Konzession weiter. Ihr Sohn Camillo erhielt bereits im Alter von 15 Jahren eine Sondergenehmigung im Gasthof seiner Mutter mitarbeiten zu dürfen.

Oskar Schumann, ein Landwirt, war Inhaber einer nicht erloschenen Konzession zum Betreiben einer Gastwirtschaft mit Herberge und Schankwirtschaft und einer Konzession zum Betrieb von Handel mit Branntwein, welche früher im Bauernhof Nr. 15 (heute Alte Schmiede 6) ausgeübt worden war.

1926 verzichtete er zu Gunsten der Witwe Adele Müller auf die Ausübung der Konzession für immer und übertrug die Berechtigung auf sie. Dafür bezahlte Frau Müller an Herrn Schumann ein Entgelt von 850 Goldmark.

1935 bekam Camillo Müller seine Konzession und übernahm den Gasthof von seiner Mutter. Im gleichen Jahr traf er bauliche Veränderungen an den Gebäuden und ließ eine Kegelbahn bauen. Diese wurde bis Mitte 1940 genutzt und danach abgerissen.

1948 wurde ihm die Konzession aufgrund der neuen politischen Verhältnisse entzogen. Der Gastwirt Richard Matzke übernahm vorübergehend die Gastwirtschaft als Pächter.

1950 beantragte Camillo Müller die Aufhebung seines Konzessionsentzuges, dem Antrag wurde stattgegeben. Er betrieb den Gasthof bis er ihn 1977 seiner Enkelin Heidrun Frank übergab.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael Frank führt sie diesen bis heute erfolgreich. Der Gasthof „Zum Grünen Baum“, oftmals auch Camillo genannt, ist für seine ausgezeichnete Gastronomie weithin bekannt, beliebt bei jung und alt und eine gern besuchte Lokalität.

Die Gebäude des Gasthofes „Schumann“ wurden wegen Baufälligkeit 1985 abgerissen. In welchem Zeitraum der Gasthof existierte ist unbekannt.

Der Lebensmittelhandel

Räpitzer Straße 24 (früher Nummer 9)

   

Seit 1878 war der Schuhmachermeister Otto Rolle Eigentümer des oben genannten Grundstückes. Hier eröffnete er mit seiner Ehefrau Hulda um 1914 einen Kolonialwarenhandel mit Ladengeschäft. Sie führten unter anderem Lebensmittel, Getränke und Gemischtwaren wie Nähgarn, Knöpfe und Pantoffeln. Ab 1931 übernahm sein Schwiegersohn Willy Taubert mit seiner Ehefrau Hertha das Geschäft. Im Hof sorgte eine „Tankstelle“ (große Benzinfässer mit Handpumpen) für die Betankung von Autos und Traktoren der Anlieger. Eine kleine Poststube gab es ebenfalls.

       
   

Otto Rolle mit Familie

   
1959 übernahm Sohn Manfred Taubert mit seiner Ehefrau Inge in dritter Generation mit dem Verkauf von Lebensmitteln das Geschäft. Wegen des guten Umsatzes wurde der
Ladenraum 1969 erweitert und der Verkauf auf Selbstbedienung    

umgestellt.

Die Einwohner gingen oft und gerne zu „Taubert´s“, das Angebot war gut und die Bedienung stets freundlich und zuvorkommend.

Nach 1990 ging der Umsatz zurück. Der großen Konkurrenz im kapitalistischen Wettbewerb konnte nicht standgehalten werden, infolgedessn wurde das Geschäft 1994 geschlossen.

Einen Krämerladen gab es bereits vor 1914 im gegenüberliegenden

   
Gebäude Räpitzer Straße 23 (früher 29). Heute ist es unbewohnt und baufällig.  

ehemaliger

Krämerladen

Die Schmiede

Alte Schmiede 1 (früher Nummer 37)

Bei dieser Schmiede könnte es sich um die 1593 erwähnte Schmiede auf dem Dorfplatz, die einstige Gemeindeschmiede handeln.

Ab 1865 ist der Schmiedemeister Emil Lenzer als Eigentümer des Grundstücks eingetragen. Später wurde das Handwerk von seinem Sohn Wilhelm Lenzer fortgesetzt.

Seine Auftragsbücher führte er akkurat und lückenlos von 1905 bis 1925. Es ist nicht bekannt, ob er danach noch gearbeitet hat.

Nachfolger Schmiedemeister Bruno Wiegand


   

1930 wurde die Schmiede vom Schmiedemeister Bruno Wiegand übernommen und bis 1969 betrieben.

Zeitweilig wurde sie danach von der LPG und der Schule zum polytechnischen Unterricht genutzt und nach längerem Leeerstand wegen Baufälligkeit 2003 abgerissen.

     
     

 

Bruno Wiegand und Ehefrau

   

 

Die baufällige Schmiede

Die Schmiede

Räpitzer Straße 6 (früher Nummer 20)

   

Etwa 1890 hat Karl Theodor Müller auf dem Grundstück eine Schmiede betrieben. Diese stand bis 1955 als einzelnes Gebäude hinter der Scheune rechts an der Straße nach Meyhen.

Als Schmiedemeister lehrte er seinem Sohn Albin Arthur Müller sein Handwerk. Er besuchte von 1908 bis 1911 die Schmiedefachschule in Lützen und beendete diese als Geselle. Zur Ausübung des Berufes war es sicherlich nicht gekommen. Er verstarb sehr jung an Lungentuberkulose.

Theodor Müller hat mit Sicherheit die Schmiede bis 1945 geführt.

       
Theodor Müller mit Ehefrau und Kindern      
     

Als kleinen Nebenerwerb betrieb Familie Müller eine öffentliche Wäscherolle

   

Der Friseur

   

Mitte 1940 wurde der Friseur Gerhard Müller, wahrscheinlich durch Erbschaft, Eigentümer des Grundstücks. Neben seiner Anstellung als Arbeiter beim VEB Leipziger Baumwollspinnerei betrieb er ein Friseurgewerbe bis zu seinem Wegzug von Schkeitbar im Jahr 1967.

Die Glaserei

Seebenischer Weg 3 (früher Nummer 22)

    Der Glasmeister Hermann Oskar Kitzig erwarb 1897 das oben genannte Grundstück zur Ausübung seines Berufes. In dem sich darauf befindenden Gebäude richtete er eine Werkstatt ein. Sein Handwerk war gefragt und das Geschäft lief so gut, dass er 1900 ein neues Wohnhaus im Ziegelbau errichten konnte.
     
     
Die ehemalige Werkstatt    
     

Traditionsgemäß lernte sein Sohn Heinz Kitzig bei seinem Vater den Beruf des Glasers. Bis zur Einberufung des Sohnes in die Wehrmacht 1937 hatten beide ihr Auskommen in diesem Handwerk. Oskar Kitzig verstarb 1948. Die Glaserei wurde geschlossen.

   

 

 

Wohnhaus im Ziegelhaus

   

Getreidehandel und Bäckerei

Alte Schmiede 10 (früher Nummer 13)

Aquarell um 1927

   

1918 war Paul Knaubel Bäckermeister in diesem Grundstück. Ein Jahr später wurde diese von Arthur Pille, einem Bäckermeister aus Kleinzschocher, zum Zwecke der Backwarenherstellung und des Getreidehandels erworben.

Die Bäckerei gab er aus gesundheitlichen Gründen 1928 auf, den Handel mit Getreide, Futter- und Düngemitteln, Kartoffeln, Saatgut und Mehl betrieb er trotz schwerer Erkrankung bis Mitte 1940.

     
     
Arthur und Luise Pille um 1920      


Die Tischlerei

Räpitzer Straße 10 (früher Nummer 19)

1869 wurde Heinrich Albin Spindler Eigentümer des Grundstücks. Er war Tischlermeister und betrieb eine Werkstatt. Sein Sohn Gustav Spindler, ebenfalls Meister in diesem Gewerke, übernahm 1916 den Betrieb. Im Wohnhaus befand sich ein Laden in welchem Produkte aus eigener Herstellung verkauft wurden.

Zu ihrer Arbeit gehörten unter anderem die Anfertigung von Särgen, das Anrühren von Farben sowie das Schließen von Konservendosen.

Der Laden wurde schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschlossen. Die Zimmerei bestand noch bis ca. 1950.

Wohnhaus mit Laden um 1910

Die Sattlereien

Räpitzer Straße 19 (früher Nummer 28)

Zwischen 1896 und 1914 ging hier der Sattlermeister Carl Albert Herrfurth seinem Handwerk nach.


Seebenischer Weg 9 (früher Nummer 24)

   

Sattlermeister Oskar Müller hatte in diesem Grundstück seine Werkstatt ab 1903. Eine Rechnung belegt, dass er diese noch nach 1931 betrieb.

Zu welchem Zeitpunkt die Geschäftsaufgabe erfolge ist unbekannt.

     
   

Danach übernahmen Wilhelm und Günther Hoffmann die Werkstatt zur Anfertigung von Sattlerei- und Polsterarbeiten, ebenfalls mit unterbekanntem Datum der Aufgabe.


Die Stellmacherei

Räpitzer Straße 15 (früher Nummer 26)

Auf diesem Grundstück befand sich wahrscheinlich ab 1865 die Stellmacherei von Gottlob Reinhardt und ab 1879 bis 1921 von seinem Sohn August Reinhardt. Beide waren Meister ihres Faches.

Im Volksmund wurden sie die „Waner“ (Wagner) genannt, da sie Anfertigungen und Reparaturen von Pferdewagen und anderen landwirtschaftlichen Geräten durchführten.

Mit Beginn der Herstellung und Einführung modernerer landwirtschaftlicher Arbeitsmittel wurde der Bedarf an diesem Handwerk geringer. Der Betrieb wurde infolgedessen aufgegeben. Die alte Scheune war das letzte Gebäude auf diesem Grundstück. Sie wurde 2007 abgerissen.

Die alte Scheune

Darüber hinaus gab es in Schkeitbar noch folgende Handwerksbetrieb und Handelseinrichtungen:

Zimmerei

Meister Gustav Adolf Morenz

Räpitzer Straße 17

1889 bis 1919

Früher Nummer 27

Schneiderei

Meister Bernhard Kohl

Räpitzer Straße 32

1905 bis …

Früher Nummer 5

Kohlenhandel

Emil Prößdorf

Zur Mühle 2

1946 bis 1953

Früher Nummer 18

Heil- und Gewürzpflanzen

Dr. Max Bergmann

Räpitzer Straße 24

Ca. 1945 bis 1955

Früher nummer 9

Backwarenfiliale

Arthur Elzner (Schkölen)

Alte Schmiede 2

Zeitraum unbekannt

Früher Nummer 17

Poststelle

Anna Peitsch

Schkorlopper Straße 13

Zeitraum unbekannt

Früher Nummer 36

In Schkeitbar gab es im 20. Jahrhundert einen letzten Nachtwächter namens Ernst Berger und eine letzte Heimbürgerin namens Lotte Lehmann. Diese Berufe sind im Laufe der Zeit überflüssig geworden. Es gibt heute weder Handwerksbetriebe noch Verkaufseinrichtungen im Ort. Erstmalig gibt es in Schkeitbar eine Praxis für Physiotherapie. Sie wurde Anfang 2008 von Patrick Schwark im Seebenischer Weg 17 eröffnet.

Dieser Text wurde aus der Festschrift zum 1000 - jährigen Jubiläum des Ortes Schkeitbar übernommen.

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